Wahlen

«Ein Zeichen für die Frauen» – Prelicz-Huber und Schlatter stehen auf den ersten Plätzen

Der Vorstand der Grünen präsentiert seinen Vorschlag für die Nationalratsliste.

Es läuft gut für die Grünen. Bei den Kantonsratswahlen am vorletzten Sonntag haben sie um neun auf insgesamt 22 Sitze zugelegt. Gestern nun hat der Parteivorstand seinen Nominationsvorschlag für die nationalen Wahlen im Herbst veröffentlicht. Das Ziel lautet: vier Sitze – doppelt so viele wie aktuell.

Gemäss Vorstand würden Bastien Girod und Balthasar Glättli als bisherige Nationalräte auf den Plätzen 3 und 4 figurieren. Das ist ungewöhnlich. Bisherige werden sonst auf die Plätze 1 und 2 gesetzt. Es gehe um ein Zeichen für die Frauen, sagt Parteipräsidentin Marionna Schlatter. Die Hinwilerin soll an zweiter Stelle auf der Liste stehen und zudem für den Ständerat kandidieren. Angeführt würde die Nationalratsliste von Katharina Prelicz-Huber (Zürich).

Schlatter gibt Präsidium ab

Hinter Girod und Glättli sollen zwei Frauen von den Jungen Grünen Stimmen generieren: Anika Brunner (Hombrechtikon) auf Platz 5 und Meret Schneider (Uster). Die Mitgliederversammlung, welche über die Nomination entscheidet, findet am 21. Mai statt. In der Regel gibt es noch Änderungsanträge. Man sei eine basisdemokratische Partei, bemerkt Marionna Schlatter dazu.

Nach der Mitgliederversammlung wird sie das Parteipräsidium abgeben, wie ebenfalls gestern mitgeteilt wurde. Schlatter wurde im April 2011 30-jährig an die kantonale Parteispitze gewählt. Ein Jahr lang amtete sie als Co-Präsidentin, dann allein. Ein grosser Erfolg für sie war die Kulturland-Initiative, die noch auf ein Projekt von ihr bei den Jungen Grünen zurückging. 2012 wurde die Initiative an der Urne gutgeheissen. Die Wahlgänge verliefen – bis auf den jüngsten – weniger erfolgreich. 2011 ging der vierte Zürcher Sitz der Grünen im Nationalrat verloren (vom Reaktor-Unfall in Fukushima profitierten vor allem die Grünliberalen), 2015 kam der dritte Sitz abhanden (die Flüchtlingskrise mobilisierte vor allem bürgerliche Wähler).

Seit 2011 sind die Zürcher Grünen nur noch mit Männern in Bern vertreten. Neben Girod und Daniel Vischer kam damals Glättli neu hinzu, zwei Frauen wurden abgewählt: Marlise Bänziger (Winterthur) und Prelicz-Huber. Letztere politisiert als VPOD-Präsidentin klar links. 2015 schnitt sie knapp als erster Ersatz, jedoch deutlich hinter den zwei Bisherigen ab. Die Wahl Schlatters in den Nationalrat würde ein kurzes Gastspiel für sie im Kantonsrat bedeuten. In diesen wurde sie erst am vorletzten Sonntag gewählt. Die Männerdominanz bei den Zürcher Grünen wird von anderen Kantonen kompensiert. Von den zwölf Mitgliedern der Nationalratsfraktion der Grünen sind aktuell sieben Frauen.

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