Zürich
Ein Stromausfall - und fast ganz Zürich stand still

Die Stadt Zürich war heute Vormittag schlagartig ohne Strom. Die Ampeln erloschen und sorgten für ein Verkehrschaos. Auch die Trams standen still. az-Reporter Alfred Borter war mitten drin und berichtet.

Alfred Borter
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Stromausfall Zürich
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Viele Fussgänger am Bellevue
Auch die Arbeiter an der Baustelle Parkhaus Opéra können nicht weiterarbeiten.
Viele Passanten zückten das Mobiltelefon.

Stromausfall Zürich

Um 6 Minuten nach 11 Uhr gingen die Lichter aus.

Stromausfall in Zürich

Betroffen waren die Gebiete rechts der Limmat, wie Harry Graf, Sprecher des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Um 10.34 Uhr gab es einen kleinen Kurzschluss beim Unterwerk Katz in der Stadt. Die Kunden hätten diesen höchstens mit einem Flackern wahrgenommen, sagte Graf weiter.

Um 11.06 Uhr ereignete sich dann ein weiterer, grösserer Kurzschluss mit Rauchentwicklung beim Unterwerk Sempersteig. Die beiden Unterwerke sind durch ein Kabel verbunden.

Seit 13.41 Uhr sind 90 Prozent der betroffenen Gebiete wieder mit Strom versorgt. Auslöser für den knapp dreistündigen Blackout zur Mittagszeit war sehr wahrscheinlich ein defektes Hochspannungskabel.(sda)

Im Bahnhof Stadelhofen fuhren zwar die Züge noch, doch am Schalter gabs keine Billette mehr. Im Coop ging die Notstrombeleuchtung an, und glücklicherweise funktionierte die Kasse noch, so dass man den Kaffee bezahlen konnte. Andere Geschäfte waren einfach dunkel.

Taxi oder zu Fuss

Nichts funktionierte mehr: Eine Mutter mit Kinderwagen wartete auf den Lift, der nicht mehr kam, auch die Rolltreppen standen still. Pech hatten die Kunden eines Kiosk an der Tramhaltestelle Opernhaus: Während die Türen bei anderen Geschäften beim Stromausfall automatisch geöffnet worden waren, blieb dort die Tür geschlossen. Auch die Trams blieben stehen, und zwar grad dort, wo sie standen. Auf der Kreuzung der Seefeldstrasse mit der Falkenstrasse ging gar nichts mehr, ein Tram blockierte alles, bis Arbeiter der VBZ das Tram mit einem Lastwagen weggezogen hatten.

Die Trottoirs waren sehr bevölkert: Man kam ja nur noch zu Fuss vorwärts, bis die VBZ Dieselbusse einsetzten, ging es einige Zeit. Natürlich hatten die Taxis Hochbetrieb. Die Natelantennen waren rasch überlastet: Zu viele wollten gleichzeitig mitteilen, dass sie verspätet kämen.

Und wer sein Mittagessen geniessen wollte, musste mit einem Salatteller vorlieb nehmen.