Kantonsrat Zürich

«Ein Start-Up im Kanton Zürich darf nicht schlechter gestellt sein als in einem anderen Kanton»

Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag ein dringliches Postulat abgeschrieben. (Bild: Kantonsrat Zürich)

Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag ein dringliches Postulat abgeschrieben. (Bild: Kantonsrat Zürich)

Der Regierungsrat soll die Steuerbelastung für Start-Ups wettbewerbsfähig gestalten und mindestens an die Bedingungen anderer Kantone angleichen. Dies forderte ein dringliches Postulat, das der Kantonsrat am Montag abgeschrieben hat.

Start-Ups sind eine Art Wette auf die Zukunft: Junge Unternehmen, die sich mit einer innovativen Idee auf dem Markt behaupten wollen. Zu Beginn haben sie meist mehr Aussichten vorzuweisen als Einkommen - schwierig eine solche Firma zu besteuern.

Am Montag diskutierte der Kantonsrat über die Frage, wie man Start-Ups fair besteuern und gleichzeitig fördern könnte. Denn die Firmen spielen eine wichtige Rolle in einem Wirtschaftskanton, der Forschung und Innovation hoch gewichtet.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Anliegen auf den Tisch kommt. Das kantonale Steueramt hat im November des vergangenen Jahres auch auf Druck des Parlaments eine Praxiserleichterung für die Besteuerung von Start-Ups eingeführt. Im Wesentlichen geht es darum, dass die Vermögenssteuern der Jungunternehmen tiefer gehalten werden.

Bis repräsentative Geschäftsergebnisse vorliegen, was bei einem Start-Up mehrere Jahre dauern kann, entspricht der Vermögenssteuerwert dem Substanzwert. Letzterer ermittelt sich aufgrund der Unternehmensbilanz. Investitionen von Geldgebern werden, vereinfacht gesagt, nicht für die Bewertung berücksichtigt.

Die kantonsrätliche Kommission für Wirtschaft und Abgaben hält diese Praxis ebenso wie der Regierungsrat für ausreichend. Der Kantonsrat schloss sich der Meinung an und lobte die schnelle Anpassung der Steuerpraxis.

Stocker: "Es wird ein Thema bleiben"

Judith Bellaiche (GLP, Kilchberg) sagte, nun sei eine willkürliche Steuerpraxis beseitigt. "Es war, als besteuere man einen Landwirt für eine Ernte, die noch nicht gewachsen war", zog sie den Vergleich, "dabei hatte er erst das Geld gesammelt, um Saatgut zu kaufen."

Es habe eine Steuerunsicherheit geherrscht, sagte Alex Gantner (FDP, Maur), deshalb habe man das Mittel des dringlichen Postulats gewählt. "Das hat genützt", bilanzierte er.

"Die Besteuerung von Start-Ups wird ein Thema bleiben", sagte Regierungsrat Ernst Stocker (SVP). Der Regierungsrat werde das weiterverfolgen. Stocker sagte: "Ein Start-Up im Kanton Zürich darf nicht schlechter gestellt sein als in einem anderen Kanton"

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