Der Aluminiumgriff des Sparschälers Rex ist ergonomisch. Seitlich besitzt er zwei Einbuchtungen. Er liegt angenehm, jedoch etwas kühl in der Hand. Von Hand wird das Schweizer Produkt mit der querliegenden, beweglichen Klinge auch noch heute angefertigt, und zwar von der Firma Zena AG in Affoltern am Albis. Erfunden aber wurde er an der Birmensdorferstrasse 270 in der Stadt Zürich. Vor 70 Jahren stellte Erfinder Alfred Neweczerzal, ein Nachkomme tschechischer Gastarbeiter in der Schweiz, den Sparschäler Rex unter internationalen Modellschutz, womit fortan das Design des Sparschälers geschützt war.

Bis heute hat sich im Familienbetrieb einiges geändert. Jährlich werden rund zwei Millionen Sparschäler in Affoltern am Albis gefertigt. Davon exportiert die Firma rund 60 Prozent in über 22 Länder. Die Firma hat sich von einem Kleinbetrieb zu einer Aktiengesellschaft mit elf Mitarbeitern gewandelt. Das Geschäft wird in der dritten Familiengeneration von Peter Newec geführt – sogar der Familienname hat sich über die Zeit angepasst. Aber der Reihe nach.

Mit seiner ersten Stanzmaschine, die Alfred Neweczerzal 1931 kaufte, erfand und entwickelte er diverse Küchengeräte in seiner Zürcher Wohnung an der Birmensdorferstrasse 270. Produziert hat er sie Mithilfe von Heimarbeitern. Das erste Patent für einen Gemüsehobel mit verstellbarem Messer meldete der Erfinder 1936 in Deutschland, England und Frankreich an. Dieser Hobel galt als Vorläufer des späteren Erfolgsmodells Rex.

Die Jahre des Aufschwungs

Die 40er-Jahre waren von technischem und wissenschaftlichem Fortschritt geprägt. Und so ging es auch mit Neweczerzals Firma Schritt für Schritt vorwärts. 1941 konnte der Tüftler seine Mitarbeiter bereits fest anstellen. Der Einzelbetrieb zog in seine erste Werkstatt an der Kreuzstrasse 36 in Zürich. Vier Jahre später folgte der offizielle Eintrag ins Handelsregister.

Als nächstes schützte Neweczerzal 1947 das Design des Sparschälers international. Am Ende des Jahrzehnts begann sein Sohn und späterer Nachfolger Alfred Neweczerzal junior eine Lehre als Werkzeugmacher im Familienbetrieb. In dieser Zeit tauchte auch der Name Zena zum ersten Mal auftauchte, im Rahmen der Gründung der Kollektivgesellschaft Zweifel & Neweczerzal Zena Produkte. Zena stand dabei für Zena für Zweifel Engros Neweczerzal Alfred stand. 1958 verstarb der Firmengründer und Neweczerzal junior übernahm die Geschäftsleitung. Weil der Nachname der Familie umständlich auszusprechen ist, kürzte ihn Sohn Alfred kurzerhand auf Newec.

Seit den Anfängen der Firma war die jährliche Produktionsmenge des berühmten Sparschälers derart gewachsen, dass er einen beträchtlichen Teil des Firmenumsatzes ausmachte. Das nächste Kapitel der Erfolgsgeschichte des ehemaligen Kleinbetriebs begann 1969 mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Fortan hiess die Firma mit einem Stammkapital von 131 000 Franken Zena AG. Die 70er-Jahre sind denn auch als rekordverdächtig in die Firmengeschichte eingegangen. Der Sparschäler Rex erhielt zu dieser Zeit einen Bruder namens Star. Gegenüber dem vierteiligen Vorgänger bestand er aus lediglich drei Edelstahl-Teilen. Er besass aber die gleichen ergonomischen Qualitäten wie Rex.

Ein Sparschäler mit Kultstatus

Wegen der Verkaufserfolge der beiden Sparschäler stiess die Werkstatt im Zürcher Kreis 8 an ihre Kapazitätsgrenzen. Es folgte der Umzug der Firma nach Affoltern am Albis, wo sie bis heute zu Hause ist. Während der Standort fortan unverändert blieb, hielt in den 80er-Jahren ein neues Material Einzug im Produktionsbetrieb der Zena: der Kunststoff. Von der Form unterschied sich der Sparschäler Rapid mit seinem Plastikgriff aber nicht wesentlich von seinen Vorgängern.

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts trat mit Peter Newec die dritte Generation in den Betrieb ein. Die Geschäftsführung übernahm er schliesslich 2006. Nach wie vor sei die Nachfrage nach Zena-Sparschäler ungebrochen, sagt Geschäftsleiter Peter Newec auf Anfrage. Mengenmässig sei diese in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben, der Umsatz steige aber leicht an. Dass der Sparschäler noch heute kaum aus einem Haushalt wegzudenken ist, erklärt Newec mit «Preis und Qualität» des Schälers. Und die SRF-Sendung «Kassensturz» bestätigte das in einem 2009 durchgeführten Test. Dabei wurden 12 Sparschäler mit einer Preisspanne von 1.90 Franken bis 35 Franken wurden verglichen. Und die Tester kamen zum Schluss: Der Sparschäler Rex sei qualitativ nicht nur der Beste, sonder zugleich auch der Günstigste.

In die Jahre gekommen ist der Schäler von Zena also nicht. Im Gegenteil: Man könnte ihm gar Kultstatus attestieren. Zumindest widmete ihm die Schweizerische Post 2004 in Ehren des Schweizer Designs eine 15-Rappen-Briefmarke. Zum 100-Jahr-Jubiläum des Schweizer Designs wurde er gar im Museum für Gestaltung in Zürich ausgestellt und gehört mittlerweile zur festen Sammlung des Museums. Zu seinem 50. Geburtstag fertigte der Familienbetrieb eine limitierte Serie des Schälers in Gold an. «Auch für den diesjährigen runden Geburtstag, überlegen wir uns was», so Newec.