Der Zürcher Regierungsrat will mit dieser "kostenneutralen Lösung" die Ferienregelung für das kantonale Personal an die Bedingungen von vielen privaten und anderen öffentlichen Arbeitgebern anpassen, wie er am Donnerstag mitteilte.

Die Erhöhung der Wochenarbeitszeit für jene, die mehr Ferien erhalten, werde als angemessen und zumutbar beurteilt. Die in den letzten Jahren zusätzlich gewährten Freitage über den Jahreswechsel seien künftig im Ferienanspruch enthalten, heisst es weiter.

Für die bis 20-jährigen sowie die über 60-jährigen Angestellten soll der Ferienanspruch bei fünf, beziehungsweise sechs Wochen bleiben. Die 50- bis 59-Jährigen (ausgenommen Lehrpersonen) sollen neu sechs statt fünf Wochen Ferien beziehen können. Die Lösung geht nun in die Vernehmlassung.

«Schäbiges Geschenk»

Der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) Zürich bezeichnete die Lösung als "schäbiges Geschenk". Die fünfte Ferienwoche, die auf Rechnung der Kantonsangestellten gehe, sei in der Privatwirtschaft längst normal, schrieb der Personalverband in einer Mitteilung.

Nachdem der Regierungsrat 2017 einen Ertragsüberschuss von 367 Millionen Franken erwirtschaftet habe, wolle er nun die Angestellten auch noch die Rechnung für diese längst überfällige Massnahme bezahlen lassen. Dabei hat der Kanton von 2010 bis 2016 laut VPOD 436 Millionen Franken auf Kosten der Angestellten eingespart.

Enttäuschend sei zudem, dass im laufenden Jahr die Teuerung nicht voll ausgeglichen wurde und die Summe für Lohnerhöhungen drastisch reduziert worden sei. Laut dem VPOD ist das Angebot nicht akzeptabel. "Die Ferienwoche muss kommen, aber nicht auf Kosten der Angestellten", so der VPOD. Denn offensichtlich sei das Geld vorhanden.