Die Mehrheit der Bevölkerung kennt die Honigbiene. Sie lebt nicht alleine, sondern in einem Bienenstaat. Dass es aber nebst der Honigbiene alleine in der Schweiz noch über 600 andere Bienenarten gibt, war bis vor kurzem nur Insektenfreunden bekannt. Dies überrascht umso mehr, wenn man bedenkt, dass diese unermüdlich arbeitenden Tiere für einen Grossteil der Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen verantwortlich sind. 

Eine dieser Bienenarten sind die Wildbienen, die überwiegend als Einsiedler leben. Dabei stellen die verschiedenen Wildbienenarten unterschiedliche Ansprüche an ihre Nistplätze: Die Hälfte nistet unter der Erde. Weitere Brutstätte bieten morsches Holz, Pflanzenstängel oder leere Schneckenhäuser.

Doch durch die Vergrösserung von Siedlungsräumen und durch die immer intensiver geführte Landwirtschaft verschwinden ihre Lebensräume zunehmend und ihr Heim wird zerstört. Bereits die Hälfte der Wildbienen ist bedroht.

Oasen für die bedrohten Tierchen

Um den Erhalt dieser fleissigen Tierchen zu gewährleisten, werden deshalb kleine Oasen mitten in der Stadt Zürich gebaut. 80 bis 100 verschiedene Wildbienenarten sollen bei der Haldenegg ein neues Zuhause finden. «Wir haben auf über 600 Quadratmetern in Zusammenarbeit mit der ETH ein kleines Paradies für die einheimischen Wildbienen geschaffen», berichtet Claudio Sedivy, Geschäftsführer von Wildbiene und Partner gegenüber 20 Minuten. Der Bienenexperte berichtet weiter, dass es schweizweit bis jetzt elf solche Gärten gebe. Die Oase bei der Haldenegg sei bereits das vierte Bienenparadies in Zürich – und es werden immer mehr.

Alle sollen sich wohlfühlen

Da die Wildbienen verschiedene Ansprüche an ihre Umgebung haben, ist der Bau dieser Nischen nicht ganz einfach: So brauchen einzelne Wildbienenarten verschiedene einheimische Wildstauden. Morsches Holz und sandiger Boden werden ebenfalls als Nistplätze benötigt. «Wir wollen dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlen.» Deshalb steht auch ein Wildbienenhäuschen bereit: «Das ist dann für die Faulen, die sich selbst kein Plätzchen einrichten wollen», so Sedivy gegenüber 20 Minuten.