Bei der Glattalbahn, einem Zwischending zwischen Tram und meterspuriger Überlandbahn, kommt es regelmässig zu mittleren und schweren Unfällen. Vor allem dort, wo sich Bahn und Privatverkehr nahe kommen.

Die Kantonsräte Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis), Beat Monhart (EVP, Gossau), und Mark Anthony Wisskirchen (EVP, Kloten) erfuhren aus Medienberichten, dass mehrere Schranken geplant sind, diese jedoch wegen Rekursen massgeblich verzögert oder gar verhindert werden. Vom Regierungsrat verlangten sie im vergangenen Juli deshalb genauere Auskunft.

Nun liegt die Replik auf diese Anfrage vor. Darin hält der Regierungsrat fest, dass derzeit keine Rekurse gegen Schrankenanlagen mehr hängig seien. Im vergangenen April habe eine neue Schrankenanlage in Wallisellen (West-/Hertistrasse) in Betrieb genommen werden können. In Opfikon kämen an der Flughofstrasse noch diesen Herbst zwei Schrankenanlagen in Betrieb (Flughof-/Riethofstrasse und Flughof-/Rohrstrasse). Die Schranke Flughofstrasse, Übergang Europastrasse, solle in der ersten Hälfte 2018 verwirklicht werden. Noch offen hingegen sei, wann das Schranken-Vorhaben in Dübendorf (Neugut-/Ringstrasse) umgesetzt werde.

Geringere Höchstgeschwindigkeit

Ausserdem nimmt der Regierungsrat zur Frage der Sicherheit entlang der Bahn Stellung: Mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit bei der Glattalbahn zu verbessern, sei 2013 unter der Leitung der Verkehrsbetriebe Glattal AG (VBG) aus Vertretungen der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ), des Amts für Verkehr, der Kantonspolizei und des Tiefbauamts eine Steuerungsgruppe gegründet worden. Diese prüfe verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit bei der Glattalbahn. Darunter gehöre auch die zusätzliche Ausrüstung von lichtsignalgesteuerten Knoten mit Schrankenanlagen.

Der Bericht des Regierungsrates zeigt auf, dass in den letzten Jahren verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit umgesetzt wurden. Neben der Ausrüstung einzelner besonders störanfälliger Verkehrsknotenpunkte mit Schranken wurde die Höchstgeschwindigkeit für die Glattalbahn bei einigen anspruchsvollen Kreuzungsbereichen als vorübergehende Sofortmassnahme bis zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Schranken auf 36 Kilometer pro Stunde beschränkt. «Mit diesen beiden Massnahmen konnte das Unfallgeschehen bereits merklich verringert werden», bilanziert der Regierungsrat.

Derzeit sind weitere Barrieren in Abklärung. «Schranken verbessern zwar die Verkehrssicherheit im Kreuzungsbereich, können aber wegen der Schliesszeiten den Verkehrsfluss des Strassenverkehrs beeinträchtigen oder Ausbauten der Strasse zur Folge haben», gibt der Regierungsrat zu bedenken. Auch sei nicht an allen Knoten genügend Platz für das Aufstellen der Schranken vorhanden.

«Wenn Schrankenanlagen zu entscheidend längeren Wartezeiten und damit zu Rückstaus und Verkehrsbehinderungen führen, können zudem neue Verkehrssicherheitsdefizite entstehen, beispielsweise eine Zunahme von Auffahrkollisionen. Deshalb ist die zusätzliche Ausrüstung von Lichtsignalanlagen mit Schranken in jedem Einzelfall zu prüfen, und es sind die Vor- und Nachteile abzuwägen. Dabei kann sehr wohl die Sicherheit stärker gewichtet werden.»
Der Regierungsrat betont, dass auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer von grosser Bedeutung sei. Analysen hätten gezeigt, dass die Mehrzahl der bisherigen Unfälle von einer Missachtung des Rotlichts herrühre. Um die Verkehrsregeln durchzusetzen, führe die Kantonspolizei an den Unfallschwerpunkten vermehrt Kontrollen durch. Zudem gebe es im Gebiet der Glattalbahn regelmässig Kampagnen zur Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer.

Der Regierungsrat misst der Sicherheit des Fuss- und Veloverkehrs entlang der Glattalbahn grosse Bedeutung zu: «Die zuständigen kantonalen Stellen werden die Situation zusammen mit den VBG und den VBZ weiterhin im Auge behalten und – wo nötig und zweckmässig – Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit ergreifen.»