Wahlen
Ein grünes Regierungsprogramm

Kandidat Martin Graf möchte die Führung im Regierungsrat stärken.

Alfred Borter
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Seit knapp 13 Jahren ist Martin Graf Stadtpräsident von Illnau-Effretikon. Urs Jaudas

Seit knapp 13 Jahren ist Martin Graf Stadtpräsident von Illnau-Effretikon. Urs Jaudas

Limmattaler Zeitung

Martin Graf, mit dem die Grünen eine Vertretung im Zürcher Regierungsrat anstreben, hat gestern erläutert, was er unter einer nachhaltigen Strategie für den Kanton Zürich versteht. Die Strategie hat er in einer 40-seitigen Broschüre beschrieben. «Man könnte sie gleich zum Regierungsprogramm erklären», meinte er lachend.

Im Restaurant Viadukt in Zürich, und damit immer wieder begleitet vom Rumpeln der Züge, erläuterte er, seine Kandidatur sei zweifellos eine grüne Kandidatur, aber nicht nur. Er habe gerade in seiner Funktion als Stadtpräsident von Illnau-Effretikon gezeigt, dass er Brücken bauen könne. «Meine Politik ist konsensorientiert, unabhängig und zukunftsgerichtet.» Im Schnellzugtempo gings dann durch verschiedene Politikfelder, vom nachhaltigen Wirtschaften über die Energie ohne neues Atomkraftwerk und dafür mit Photovoltaikanlagen auf jedem Hausdach bis zu einer Wohnbaupolitik, welche besonders stark den genossenschaftlichen Wohnungsbau fördert.

Ausserdem machte er sich für eine Reorganisation des Regierungsrats stark, indem er die Schaffung eines auf Amtsdauer angelegten Regierungspräsidiums als zukunftsweisend darstellte. Das Gremium sollte dann acht Mitglieder umfassen. Mit einem länger als bloss ein Jahr amtierenden Regierungspräsidenten oder einer Regierungspräsidentin würde man die Möglichkeit einer effektiven Führung schaffen, liess er verlauten. Allerdings schränkte er gleich ein: Bis eine solche Idee umgesetzt werde, brauche es wohl längere Zeit.

«Die Regierung braucht Martin Graf», sekundierte Philipp Maurer, Co-Präsident der Grünen Kanton Zürich. Der Kanton stehe vor grossen Herausforderungen, gelte es doch, die negativen Effekte eines wachsenden Ballungsraums abzufedern und aus negativen Effekten sogar positive zu machen. Mit einer grünen Politik könnte der Kanton eine Vorbildfunktion übernehmen, gab er zu verstehen.