Zürich
Ein "Erasmus-Desaster" konnte gerade noch einmal abgewendet werden

Nachdem das Erasmus+-Programm im Februar gekündet worden war, hatte die Abteilung Internationale Beziehungen alle Hände voll damit zu tun, die Mobilität der Universität Zürich mit europäischen Partnern zu sichern.

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Erasmus-Notstand behoben: Afra Schacher und Yasmine Inauen, Leiterin der Abteilung Internationale Beziehungen.

Erasmus-Notstand behoben: Afra Schacher und Yasmine Inauen, Leiterin der Abteilung Internationale Beziehungen.

Universität Zürich

Das Team der Abteilungen Internationale Beziehungen der Universität Zürich unter Yasmine Inauen habe wegen der Annahme der "Masseneinwanderungsinitiative" alle Hände voll zu tun gehabt, schreibt die Universität in einer Medienmitteilung. denn die EU sistierte die Verhandlungen zum Programm Erasmus+ für die Periode von 2014 bis 2020, nachdem der Bundesrat das Personenfreizügigkeitsabkommen mit Kroatien nicht unterzeichnen konnte. Als Übergangslösung sei nur die Aushandlung von bilateralen Verträgen mit allen Universitäten geblieben, mit denen die UZH Studierende austauschen möchte.

Mit viel Aufwand und dank der Toleranz der Partneruniversitäten habe man die Situation retten können, sagt Inauen. 400 von 451 Verträgen mit europäischen Universitäten seien bis Ende Juni neu abgeschlossen worden. Nur 17 Universitäten haben das Angebot der Universität Zürich abgelehnt. In einem "Verhandlungsmarathon", für den zwei zusätzliche Mitarbeiter engagiert worden seien, haben für die kommenden zwei Semester über 300 Studierende der Universität Zürich einen Platz an einer europäischen Universität gefunden. Das seien gleich viele Teilnehmer wie im Vorjahr, so Inauen. Nur 18 Studierende haben einen Platz an einer anderen als ihrer Wunschuni zugewiesen bekommen.

Entscheidend dafür, dass alles geklappt hat, sei die rasche und unbürokratische Zusicherung der Finanzierung der Stipendien von Seiten der Uni gewesen. Inzwischen habe der Bund für alle Schweizer Universitäten 22.7 Millionen Franken zugesagt und zahle Schweizer Studierenden 300 Franken pro Monat an die Kosten für den Auslandsaufenthalt. Ein Desaster habe zwar vorerst abgewendet werden können. Aber manche der Verträge laufen nur für ein Jahr und müssen dann bereits wieder neu ausgehandelt werden. Zudem bestehe langfristig die Gefahr, dass weitere Universitäten auf Abkommen mit der Universität Zürich verzichten, wenn der vertragslose Zustand mit der EU andauere. (fwa)