Zürich

Ein Denkmal für Köbi Kuhn: SVP und SP reichen Vorstoss ein

Koebi Kuhn in Aktion im Länderspiel der Schweiz gegen Oesterreich, aufgenommen am 22. September 1968 im Wankdorf-Stadion in Bern.

Koebi Kuhn in Aktion im Länderspiel der Schweiz gegen Oesterreich, aufgenommen am 22. September 1968 im Wankdorf-Stadion in Bern.

Es ist fast zwei Monate her, seit Köbi Kuhn im Alter von 76 Jahren verstarb. Der Tod der FCZ-Legende und des früheren Nati-Trainers bewegte die ganze Schweiz. Nun will auch die Politik Köbi Kuhn ehren und ihm ein Denkmal setzen.

Die beiden Polparteien SP und SVP reichen im Zürcher Stadtparlament einen gemeinsamen Vorstoss ein. Der Grund für dieses ungewohnte Bündnis ist Jakob Kuhn, der ehemalige Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Stefan Urech (SVP) und Urs Helfenstein (SP) sind beide grosse Fussballfans. Helfenstein unterstützt den FCZ, Urech die Grasshoppers. «Köbi Kuhn war eine integrierende Persönlichkeit, ein waschechter Zürcher, zu dem Jung und Alt aufsahen», zitiert die «NZZ» Urech. Er sei eine Identifikationsfigur gewesen, fügt Helfenstein hinzu. «Bescheiden, ohne Starallüren, einer wie du und ich.» In ihrem Vorstoss fordern die beiden Gemeinderäte den Stadtrat auf, eine Skulptur oder «eine andere Art der Wertschätzung» für Köbi Kuhn aufzugleisen.

Eine Skulptur statt ein Platz

Bereits an der Abdankungsfeier stand die Option im Raum, einen Platz in Kunhs Heimatquartier Wiedikon nach dem früheren Nati-Trainer zu benennen. Diese Idee stiess jedoch nicht überall auf Zuneigung, wie die «NZZ» weiter schreibt. Katharina Prelicz-Huber, Gemeinderätin und Nationalrätin der Grünen, meint etwa, dass es viele Frauen gäbe, die ebenso bekannt sind wie Köbi Kuhn und ebenso Gutes geleistet haben. Jene Frauen würden schon viel länger auf einen solchen Platz warten.

Aus diesem Grund soll es nun also eine Skulptur anstelle eines Platzes sein. Die Initianten stellen sich ein «dezentes Denkmal» vor, das einen Bezug zu Wiedikon aufweise, wo Kuhn einen Grossteil seines Lebens verbracht hat. «Figuren wie er – Vertreter der Schweizer Arbeiterklasse – verschwinden zunehmend aus unseren gentrifizierten Hipster-Kreisen», sagt Urech. Die Kuhn-Statue könne auch daran erinnern.

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Autor

Larissa Cathomen

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