Finanzlage
Ein Dämpfer für das Winterthurer Dampfzentrum

Der Winterthurer Stadtrat hat kein Geld für das Dampfzentrum: Er richtet dem Verein deshalb keinen Beitrag für die weitere Planung aus. Damit werde dem Dampfzentrum "die Zukunft verbaut", kritisiert der Verein.

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Das Dampfzentrum in Winterthur kann nicht auf einen definitiven Betrieb umsteigen.

Das Dampfzentrum in Winterthur kann nicht auf einen definitiven Betrieb umsteigen.

Francois Huguenin

Seit 2011 betreibt der Verein Dampfzentrum Winterthur, der die Thuner Dampfmaschinen-Sammlung Vaporama übernahm, in Winterthur ein Schaulager. Ebenso lang arbeitet der Verein an einem Konzept für den definitiven Betrieb eines Dampfzentrums.

Die städtischen Mittel sind knapp

Anfang dieses Jahres klopfte der Verein bei der Stadt Winterthur an und ersuchte um einen Projektierungsbeitrag in Höhe von 250'000 Franken. Der Stadtrat beantwortete das Gesuch abschlägig, wie er am Dienstag mitteilte.

"Eine finanzielle Unterstützung ist aufgrund der knappen Mittel der Stadt nicht möglich", hält der Stadtrat in seiner Mitteilung fest. Er habe dem Projekt aber stets ideelle Unterstützung zugesichert und sich als Vermittler und Türöffner engagiert.

Der Verein reagiert enttäuscht: "Uns ist die Zukunft verbaut", schreibt er auf seiner Homepage. Denn mit dem Ausbleiben eines städtischen Beitrages muss er auch gleich weitere Hoffnungen begraben.

So hat er zwar ein Dossier zuhanden des Lotteriefonds gestellt - doch aus diesem Topf wird er ohne ein finanzielles Engagement der Stadt keinen Beitrag erhalten.

Spontane Lagerfläche in Eisenbahnwagen

Bereits im Rahmen der städtischen Budgetdebatte im vergangenen November war der Verein leer ausgegangen. Auf seiner Homepage schrieb er damals, dass die wiederholten Versprechungen der Stadt "lauwarme Luft" geblieben seien. Das Dampfzentrum habe von der Stadt keine Hilfe erhalten.

Nur dank eines äussert grosszügigen Sponsors habe der Transport der 600 Tonnen Maschinen nach Winterthur sowie bislang die Miete für die Halle 181 bezahlt werden können.

Einen Teil der Fläche in ihrer Halle musste der Verein in diesem Jahr aber wieder freigeben. Bezahlbaren Lagerraum fand er nicht, wie seiner Homepage zu entnehmen ist. Er erwarb in der Folge "sehr günstig" zehn Eisenbahnwagen der Post. "Die Wagen sind eine Lösung, die können wir mittelfristig auf Abstellgleisen in Schaffhausen abstellen, als geschütztes Materiallager."