Sendeturm Üetliberg
Ein Blick in das Innenleben eines Zürcher Wahrzeichens

Tag des offenen Sendeturms: Die Swisscom führte am Samstag durch die sonst unzugängliche Sendestation Üetliberg.

Cynthia Mira
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Rund um die Uhr werden etwa eine Million Menschen mit Radio und Fernsehprogrammen versorgt
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Rund 186.70 Meter ragt die Spitze des Turmes in die Höhe
Der neunjährige Simon zusammen mit seinem Vater Alwin Hurschler in der verglasten Richtfunkkanzel
Ein Tag der offenen Tür zur sonst unzugänglichen Sendestation Uetliberg
Sendeturm

Rund um die Uhr werden etwa eine Million Menschen mit Radio und Fernsehprogrammen versorgt

Cynthia Mira

Hoch oben auf dem Üetliberg steht der Sendeturm der Swisscom und ragt mit seiner schmalen Spitze schwindelerregende 186.70 Meter in die Höhe. Am Samstag war das Wunderwerk der Technik für die Öffentlichkeit zugänglich. Vom Turm gehen rund um die Uhr elektromagnetische Wellen aus. Signale, die ähnlich einer unsichtbaren Perlenkette in kaum vorstellbarer Geschwindigkeit hin und her bewegt werden und dafür sorgen, dass rund eine Million Menschen Radio- und Fernsehprogramme empfangen. Ausgestattet mit modernster Fernmeldetechnik liefert der Sendemast in Notfällen zudem wichtige Daten für die Feuerwehr oder die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega.

«Die Spitze des Turmes ist von Kunststoff umgeben und die Auslenkung kann je nach Stärke von Windböen bis zu 1.80 Meter betragen», sagt Walter Haas, der als Leiter der Region Ost für den Unterhalt und die Wartung der Funkanlagen zuständig ist. Es scheint demnach gut, dass der Wechsel vom analogen zum digitalen Übertragungsweg kleinere Antennen ermöglicht, die auch nicht mehr so empfindlich auf Wind und Wetter reagieren.

Doch wie funktioniert das Senden genau? Wie geht das noch gleich mit den DAB- respektive DAB-plus-Radiowellen und vor allem wie sieht der Blick von dort oben aus? Die Chance auf Antworten lassen sich die neugierigen Besucher trotz regnerischem Wetter nicht entgehen. Von grauem Beton umgeben, schlängelt sich eine schmale Wendeltreppe nach oben. Platz für den Aufstieg gibt es kaum. Ebenso wenig im Lift, den die meisten Besucher bevorzugen, um in der verglasten Richtfunkkanzel auf 46 Meter Höhe anzukommen.

Ein spezielles Erlebnis ist dieser Tag für Alwin Hurschler, der gemeinsam mit seinem Sohn diesen seltenen Blick von oben geniesst. Auf die Frage ob ihm nach dem Abstieg der rund 250 Treppentritte schwindlig sei, schüttelt der neunjährige Simon nur den Kopf und grinst, während sein Vater erzählt: «Man dreht sich bis zum Ausgang eigentlich pausenlos um die eigene Achse, sodass man unten nicht mehr genau weiss, wo Süden und wo Norden liegt.» Alwin Hurschler lebt mit seiner Familie in Dietikon und ist seit über zwanzig Jahren als Lokomotivführer tätig. Somit kennt er den Weg zum Üetliberg aus dem Effeff.

Bei einer kommentierten Führung zeigt Walter Haas auf die verschiedenen Anlagen, die summend vor sich hinarbeiten: «Die werden alle mit Wasser gekühlt, denn wir produzieren für die flächendeckende Datenübertragung eben auch sehr viel Wärme», meint er zufrieden.