Es beginnt mit einem lautstarken Konflikt zwischen einem Fussgänger und einem Autofahrer am Zürcher Limmatquai. Ein am Handy telefonierender Mann hatte unvermittelt die Strasse betreten und war um ein Haar überfahren worden. Passanten bleiben stehen und beobachten den Streit, der zu eskalieren droht.

Stadt Zürich - Generell Freundlich -

Stadt Zürich - Generell Freundlich -

Die beiden Männer sind Schauspieler, der Konflikt ist inszeniert. Er soll auf die Kampagne aufmerksam machen, welche der Zürcher Tiefbaudepartementsvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) und Polizeivorsteher Richard Wolff (AL) am Montag zusammen mit dem TCS Sektion Zürich lanciert haben.

Zwölf Verkehrs- und Interessenverbände wollen mit der Stadt Zürich zusammen für mehr Verkehrssicherheit sorgen. "Wenn man bedenkt, dass der Verkehr ein hochpolitisches Thema ist, bei dem die Interessen häufig sehr unterschiedlich sind, kann man fast von einem historischen Moment sprechen", sagte Wolff vor den Medien.

Automobilclub und Pro Velo im gleichen BootSo sind neben dem TCS, dem ACS und dem Gewerbeverband auch der VCS, Pro Velo oder etwa der Fussgängerverein mit von der Partie. "Wir werden in den nächsten Jahren mit dem zur Verfügung stehenden Platz für weitere 70'000 Menschen planen müssen", sagte Leutenegger. Die daraus resultierenden Verkehrskonflikte müsse Zürich bewältigen.

Die Stadt stehe in der Pflicht, die Infrastruktur stetig zu verbessern und entsprechend den Bedürfnissen der Verkehrsteilnehmer auszugestalten, sagte der Tiefbauvorsteher. "Mit der Kampagne wollen wir alle dazu bringen, Fehler auch mal mit einem Lächeln zu quittieren - auch in der Politik."

Auf der Webseite von Generell-Freundlich kann der User verschiedene Aktivitäten anklicken, unter anderem auch einen Test zur Überprüfung der eigenen Freundlichkeit im Verkehrsalltag.

Mit einer Plakataktion, einem Werbespot sowie verschiedenen Informationsveranstaltungen werden die Verkehrsteilnehmenden aufgefordert, tolerant und freundlich miteinander umzugehen. Die Kampagne ist auf drei Jahre angesetzt. Sie kostete bis jetzt rund 150'000 Franken.