Zürich
Ehepaar erschwindelt Sozialleistungen für über 450'000 Franken

Ein Ehepaar aus Zürich-Altstetten hat nicht nur IV-Gelder, sondern auch Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen erschwindelt. Das Bezirksgericht hat wegen gewerbsmässigen Betrugs und weiterern Delikten teilbedingte Freiheisstrafen ausgesprochen.

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Das Bezirksgerichts verurteilte das Betrüger-Ehepaar zu teilbedingten Freiheisstrafen

Das Bezirksgerichts verurteilte das Betrüger-Ehepaar zu teilbedingten Freiheisstrafen

Keystone

Der Ehemann wurde zu drei Jahren verurteilt, davon 15 Monate unbedingt; seine Frau zu 31 Monaten, davon ein Jahr unbedingt. Dies geht aus dem am Montag eröffneten Urteilsdispositiv hervor. Eine schriftliche Begründung ist noch nicht verfügbar. Die Beschuldigten und die Staatsanwaltschaft können Berufung einlegen.

Das Gericht liess zudem die auf Bankkonten beschlagnahmten Gelder von 250'000 Franken sowie über 24'000 Franken einziehen. Diese Beträge werden einerseits für die Verfahrenskosten eingesetzt. Andererseits sollen sie den geschädigten Stellen zufliessen.

Die Staatsanwaltschaft war von einem Deliktsbetrag von über 450'000 Franken ausgegangen. Sie hatte eine Freihheitsstrafe von sechs Jahren für den heute 38-jährigen Bosnier gefordert sowie fünf Jahre für seine 31-jährige eingebürgerte Gattin.

Die Verteidiger hatten Teilfreisprüche verlangt sowie Strafen von 24 Monaten für den Mann und 18 Monate bedingt für die Frau. Die Beschuldigten zeigten sich vor Gericht teils geständig und gaben Fehler zu. Allerdings machten sie auch Unwissenheit geltend.

Kriminelle Energie

Das Ehepaar hatte viel kriminelle Energie darauf verwendet, um widerrechtlich zu Sozialleistungen zu kommen. Zwischen 2001 und 2007 hatten die angeblich mittellosen Eltern von fünf Kindern über 140'000 Franken vom Zürcher Sozialamt bezogen.

Ab April 2005 kassierten die Eheleute zusätzlich Ergänzungsleistungen für rund 150'000 Franken. Nicht zuletzt gab sich der Vater als Invalide aus und bezog zwischen 1999 und 2011 weitere 140'000 Franken. Auf den Bankkonten ihrer Kinder lagen zudem zwischen 150'000 Franken bis zu 277'000 Franken.

Die angeblich arbeitslosen Eheleute waren zudem recht fleissig. Sie handelten regelmässig auf Flohmärkten. Der Mann arbeitete zudem schwarz als Möbelpacker und reparierte elektronische Geräte.

Als die Polizei das Haus des betrügerischen Ehepaars durchsuchte, fand sie ein Lager mit über 7000 elektronischen Gegenständen vor. Ob die Waren gestohlen waren, blieb unklar. Fest steht aber, dass sich beide Beschuldigten wiederholt auch als Warenhaus-Diebe betätigten.