Fierzgasse

Ehemalige Arbeitersiedlung an der Fierzgasse bekommt ein neues Gesicht

Häuser der Siedlung Fierzgasse

Häuser der Siedlung Fierzgasse

Nun steht fest, wie die Häuser der Siedlung Fierzgasse im Zürcher Kreis 5 saniert werden können. Der Stadtrat hat den Schutzumfang für die ehemalige Arbeitersiedlung festgelegt. An der Erarbeitung haben sich die Eigentümer aktiv beteiligt.

Die Siedlung mit ihren 50 Häusern ist städtebaulich, sozialgeschichtlich und architekturhistorisch wertvoll. Sie soll ihren Charakter behalten und gleichzeitig weiterentwickelt werden, wie das Hochbaudepartement der Stadt Zürich am Freitag mitteilte.

Der Stadtrat hat den Schutzumfang so definiert, dass die Gebäude an die heutigen Ansprüche angepasst werden können. Solaranlagen und Dämmmassnahmen sind ausdrücklich erlaubt. "Die Grundeigentümer wissen jetzt genau, was geht und was nicht", sagte Stadtrat André Odermatt (SP) gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Der Schutzwert des Fierzquartiers liegt laut Mitteilung weniger bei den einzelnen Gebäuden, als vielmehr bei dem Gesamterscheinungsbild der Häuser und Gärten. Daher musste eine Schutzverordnung für das ganze Ensemble erarbeitet werden.

Eine Mitwirkung der Eigentümerinnen und Eigentümer ist im Gesetz eigentlich nicht vorgesehen. Der Stadtrat begrüsse den dialogischen Prozess jedoch im Rahmen seines Legislaturschwerpunkts "Stadt und Quartiere gemeinsam gestalten", heisst es in der Mitteilung.

Die Bevölkerung wolle gefragt und informiert werden, sagte Odermatt. Andererseits wolle auch die Stadt wissen, was die Besitzer mit ihren Häusern vorhätten. Die Entscheidung über den Schutzumfang liege jedoch beim Stadtrat.

Viel Arbeit für die Denkmalpflege in Sicht

Die Arbeitersiedlung wurde im Auftrag des Aktienbauvereins zwischen 1873 und 1880 erbaut. Sie besteht fast ausschliesslich aus einfachen Doppel-, Mehr- und Einfamilienhäusern mit Gärten. Der Initiant und Namensgeber Johann Heinrich Fierz war Textilindustrieller, Nationalrat und Philantrop.

Schon kurz nach ihrer Erstellung galt die Siedlung als vorbildlich für eine sparsame Bauweise und für grosszügige Ausstattung mit Licht, Sonne, Luft und Grünraum für die Selbstversorgung.

In der Stadt Zürich wird in den kommenden Jahren viel Arbeit für die Denkmalpflege anfallen, denn es sind viele weitere Siedlungen im kommunalen Inventar aufgeführt. Schutzabklärungen laufen bereits an der Imbisbühlstrasse und in der Weinegg. Auch hier führt die Stadt Gespräche mit den Grundstückseigentümern.

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