Die Volksinitiative gegen Sterbetourismus verlangt, jegliche Beihilfe zum Selbstmord sei zu verbieten, sofern die betroffene Person nicht mindestens ein Jahr lang im Kanton Zürich gelebt hat. Damit würde der so genannte Sterbetourismus unter Strafe gestellt, selbst wenn der Patient aus einem anderen Kanton stammt.

Die zweite Initiative, die Standesinitiative «Stopp der Suizidhilfe», will den Bund beauftragen, «jede Art von Verleitung oder Beihilfe zum Selbstmord» unter Strafe zu stellen. Artikel 115 des Strafgesetzbuches sei entsprechend zu ändern, verlangen die Initianten.

Suizidhilfe ist «pervers»

«Das Leben ist eine Herausforderung». sagte EDU-Kantonsrat Heinz Kyburz (Männedorf) am Montag vor den Medien in Zürich. Während rund 80 Jahren gingen Menschen durch Höhen und Tiefen. «Pervers» sei dagegen die Suizidhilfe, bei der jemandem, der während 80 Jahren dieses Leben gemeistert habe, geholfen werde, sich das Leben zu nehmen.

Die Suizidhilfe brauche es auch gar nicht, denn es gebe «Palliative Care», sagte Kyburz weiter. «Palliative Care» bejahe das Leben und erachte das Sterben als normalen Prozess. Sie lindere das Leiden eines unheilbar kranken Menschen und verschaffe ihm eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Ende. In verschiedenen Veranstaltungen werde die EDU deshalb auf entsprechende Angebote hinweisen.

Dem Initiativkomitee gehören nebst Vertrern der EDU auch Vertreter von SVP, EVP, CVP und Schweizer Demokraten an. Der Kantonsrat empfiehlt beide Initiativen zur Ablehnung.