Bautätigkeit

Durch Abriss entsteht in Zürich mehr Wohnraum

Bautätigkeiten der Stadt Zürich verzeichnet im Jahr 2016 einen leichten Rückgang.

Bautätigkeiten der Stadt Zürich verzeichnet im Jahr 2016 einen leichten Rückgang.

Gerade mal ein Zehntel der gebauten Wohnungen entfallen 2016 in Zürich auf Genossenschaften. Die hohe Zahl an Abrissen istaber ein Hinweis auf Ersatzbauten.

In der Stadt Zürich wird fleissig gebaut, und noch fleissiger werden Wohnungen abgerissen. Dies zeigt die jüngste Erhebung von Statistik Stadt Zürich zur Bautätigkeit. Diese lag mit knapp 3000 Wohnungen auch 2016 weiterhin auf hohem Niveau. Während sich der Wohnungsbau privater Gesellschaften seit 2015 beinahe verdoppelte, machten die fertiggestellten Genossenschaftswohnungen 2016 lediglich elf Prozent aus.

Statistik Stadt Zürich nennt die starke Nachfrage nach Wohnraum als Grund für die starke Zunahme der privaten Bautätigkeiten. Entsprechend tief fiel der Anteil an Genossenschaftswohnungen aus. Zwischen 2010 und 2015 betrug der Bauanteil in diesem Segment zwischen 22 und 42 Prozent. Den höchsten Anteil erreichten die Baugenossenschaften mit knapp 1000 Wohnungen im Jahr 2011. Mit elf Prozent fertiggestellter Neubauten war der Anteil der Wohnbaugenossenschaften so tief wie seit 2010 nicht mehr. Dass vergleichsweise wenig Genossenschaftswohnungen fertiggestellt wurden, sei laut Statistikern zufällig und könne zwischen den Jahren stark variieren.

Abrisse auf Rekordhoch

Die Erhebung von Statistik Stadt Zürich zeigt, dass neben der nach wie vor hohen Bautätigkeit 2016 ein Rekordjahr für den Abriss von Wohnbauten war. Insgesamt 1329 Einheiten wurden dem Erdboden gleich gemacht. Die Zahlen zeigen: Anteilsmässig entfallen viele Abrisse auf Wohnbaugenossenschaften. Seit 2013 fallen in diesem Segment zwischen 47 und 61 Prozent der Wohnungen der Abrissbirne zum Opfer. Insgesamt 749 Wohneinheiten wurden 2016 dem Erdboden gleichgemacht. Dies entspricht mehr als der Hälfte aller Abrisse in Zürich.

Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung Zürich, sagt dazu: «Die relativ vielen abgerissenen genossenschaftlichen Wohnungen 2016 werden in wenigen Jahren zu einer deutlichen Erhöhung des Wohnungsbestands bei den gemeinnützigen Wohnungen führen.»
Die Bautätigkeit der Baugenossenschaften ist laut den Statistikern stark auf Wohnersatzbauten fokussiert. Wo also Wohnungen abgerissen werden, entstehen danach neue.

Zudem führe der Wohnersatzbau oftmals zu mehr Wohnungen auf der gleichen Parzelle als vorher. Dies zeigt auch der sich per Ende 2016 im Bau befindenden Wohnungsanteil. Über 5500 Wohnungen befanden sich damals im Bau, wovon mehr als 1800 auf Wohnbaugenossenschaften entfallen. Über den Zeitpunkt von deren Fertigstellung liefert die Erhebung aber keine Informationen.

Mehr Parzellen in der Peripherie

Oftmals wird genossenschaftlicher Wohnraum in den Zürcher Stadtkreisen 11 und 12 errichtet. Im Jahr 2012 aber auch in den Kreisen 3 und 9. In diesen äusseren Quartieren der Stadt Zürich bestehen laut Statistik Stadt Zürich die grössten Baureserven. Es handelt sich vor allem um unternutzte und einige ungenutzte Parzellen. Gerade auf solchen Flächen würden sich Neubauten lohnen. Solche Reserven sind in der Innenstadt rar. Dort wird deutlich weniger abgerissen, dafür eher renoviert. Private Neubauten entstehen in der städtischen Peripherie oftmals auf bisher ungenutzter Fläche oder durch Umnutzung bisheriger Industrieareale.

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