Bülach

Dubioser Autovermieter aus U-Haft entlassen – Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

S. kommt mit Sturmmaske aus der Wohnung zurück.

S. kommt mit Sturmmaske aus der Wohnung zurück.

Video vom 28. April 2016

Ein Bülacher Autovermieter, der wegen des Verdachts auf Betrug und weitere Delikte gut vier Monate in Untersuchungshaft sass, ist wieder auf freiem Fuss. Mittlerweile geht die Staatsanwaltschaft nicht mehr von Betrug aus, sondern führt eine Untersuchung wegen unlauterem Wettbewerb.

Der Beschuldigte soll Lieferwagen zu Lockvogelpreisen vermietet und dann horrend hohe, versteckte Nebengebühren verrechnet und die gesamte Kaution einbehalten haben. Der 34-jährige Deutsche verhalte sich kooperativ, wie Staatsanwalt Andreas Wicky am Montag Berichte der Zürcher Regionalzeitungen vom Samstag bestätigte.

Die Staatsanwaltschaft hat auf einem Konto in Österreich rund 50'000 Franken sichergestellt. Das Geld reicht aus, um die Geschädigten zu bezahlen und auch einen Grossteil der Verfahrenskosten zu decken. Zurzeit wird ein Entschädigungsmodus ausgearbeitet. Anhand von sichergestellten Mietverträgen konnten rund 240 mutmassliche Geschädigte identifiziert werden.

Der Vorwurf, der Beschuldigte habe die Mietverträge zum Nachteil seiner Kunden nachträglich abgeändert, erhärtete sich nicht. Weil sich der Autovermieter auf seiner Homepage als "Testsieger" ausgab, obwohl er nie an einem Vergleichstest teilgenommen hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen gewerbsmässigem Betrug.

Unlauter sind nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch die, auf der Rückseite der Mietverträge im Kleingedruckten versteckten, Zuschläge.

Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatten neben Anzeigen von Geschädigten ein Bericht der Sendung "Kassensturz" des Schweizer Fernsehens SRF sowie Artikel der Lokalpresse.

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