Austritt
Dübendorf tritt als zweite Gemeinde aus der Sozialhilfekonferenz aus

Nach dem Fall eines Sozialhilfebetrügers aus Berikon AG, welcher vor Bundesgericht seine Sozialhilfegelder erstritt, welche ihm die Gemeinde zuvor gestrichen hatte, tritt nun Dübendorf aus der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) aus.

Patrick Schlumpf
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Keystone

Nach Rohrschach SG, welche im April bereits aus der SKOS austrat, ist Dübendorf die zweite Gemeinde, welche diesen Schritt nun tatsächlich macht. In einer Mitteilung schreibt die Gemeinde, dass aus ihrer Sicht die SKOS jegliche Realität zur heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation verloren habe. Der Austritt erfolge per 31. Dezember 2013.

Der Fall des renitenten Sozialhilfebezügers (23) aus Berikon AG sorgte schweizweit für Aufsehen. Vor dem Bundesgericht erstritt sich der junge Mann rückwirkend Sozialhilfegelder, die ihm die Gemeinde wegen mangelnder Kooperation gestrichen hatte.

Der Austritt soll laut der Mitteilung nicht als Attacke auf die Sozialhilfe oder die SKOS gelten. Vielmehr sollte man das System «Sozialhilfe» gründlich überdenken. Die Gemeinde fordert den Regierungsrat auf, die Verbindlichkeit der SKOS-Richtlinien zu prüfen seien und durch den Bund eine Rechtsgrundlage schaffen zu lassen.