Romanisch gehört zu den gefährdeten Sprachen Europas. In der Schweiz beherrscht nur rund 0.7 Prozent der Bevölkerung die Rätoromanische Sprache (Stand 2010), etwa 1000 davon leben in Zürich. Nirgendwo sonst – ausserhalb von Graubünden – wird der Erhalt der vierten Landessprache so gepflegt.

Unter anderem ist es an der Universität Zürich möglich, Rätoromanische Sprach- und Literaturwissenschaft zu studieren. Doch damit könnte bald Schluss sein. Wie der "Tagesanzeiger" schreibt, streicht die ETH aus Spargründen die jährliche finanzielle Unterstützung von 100'000 Franken.

Zurzeit haben zwölf Studenten und Studentinnen das Fach belegt. Clà Riatsch, Professor für Rätoromanisch an der Universität Zürich, setzt sich für den Erhalt der Sprache als eigenes Studienfach ein. Er selbst geht Ende 2017 in Pension – einer der Gründe, warum das Studienfach bedroht ist.

Finanzierungs- und Nachwuchsprobleme

Bis Ende 2018 will die ETH die Universität noch finanziell unterstützen, danach ist Schluss. Neben der Finanzierung und dem vakant werdenden Lehrstuhl gibt es jedoch auch ein Nachwuchsproblem. Im Herbst werden kleine Nebenfächer an der Uni Zürich zum letzten Mal angeboten, was auch einen Einfluss auf die Belegung des Studienfachs Rätoromanisch haben könnte: "Nur wenige Studenten möchten die Sprache als grosses Nebenfach studieren", so Riatsch gegenüber dem "Tagesanzeiger".

Den Vorschlag, die Sprache in einen allgemeinen Sprachenstudiengang einzubinden, wie es Portugiesisch und Rumänisch blüht, sieht Riatsch als keine befriedigende Lösung an. Studierende, welche keine romanischen Schulen besucht hätten, wiesen mangelnde Sprachkenntnisse vor. Er zweifelt daran, dass diese aufgeholt werden können – selbst mit einem Masterabschluss.

Die Uni Zürich prüft nun alternative Finanzierungsmöglichkeiten, möglicherweise aus Mitteln der eigenen Fakultät.