Die Ausgangslage für die Zürcher Stadtrats-Ersatzwahl im kommenden Frühling klärt sich: Für die Grünliberalen tritt entweder Gemeinderat Samuel Dubno oder Kantonsrat Daniel Hodel an. Dies schlug der GLP-Vorstand am Dienstagabend der Mitgliederversammlung vor, die am 18. Dezember entscheidet. Die Alternative Liste geht mit Gemeinderat Richard Wolff ins Rennen um die Nachfolge von FDP-Stadtrat Martin Vollenwyder, wie sie ebenfalls am Dienstagabend bekannt gab.

Die FDP hatte gleich nach Vollenwyders Rücktrittserklärung ex-Kantonsrat Marco Camin als Kandidaten lanciert. Die Delegiertenversammlung des Freisinns bestätigte den Vorentscheid später.

Camin, anfangs auch parteiintern als politisches Leichtgewicht belächelt, hat an Boden gewonnen: In der parteiinternen Ausmarchung setzte er sich zunächst gegen die weitaus profiliertere Kantonsrätin Carmen Walker Späh durch. Dann verzichtete die SVP nach anfänglichem Kräftemessen mit der FDP auf eine eigene Kandidatur und stellte sich hinter Camin. Schliesslich sagten bei den Grünliberalen die bekanntesten Politikerinnen und Politiker ab.

Dennoch dürfte der GLP-Kandidat Camins härtester Konkurrent werden. Seine Partei ist auf dem aufsteigenden Ast und kam in Zürich zuletzt auf einen Wähleranteil von 9,8 Prozent. Die FDP hingegen hatte nach jahrelanger Talfahrt bei den letzten Wahlen noch 14 Prozent der Stadtzürcher Wählerinnen und Wähler hinter sich. Nach dem Rücktritt von Kathrin Martelli verlor sie ihren dritten Stadtratssitz.

Dem Kandidaten der Kleinpartei AL ist als Aussenseiter kaum mehr als ein Achtungserfolg zuzutrauen. Im linksgrün dominierten Zürich dürfte Wolff zwar über seine Partei hinaus bei den Wählerschaften der SP und der Grünen punkten. Doch schon das Erzwingen eines zweiten Wahlgangs wäre eine kleine Sensation.