Bezirksgericht Zürich
Dreieihalb Jahre Gefängnis für Heroinhandel, Einbruch und Geldwäscherei

Ein Slowene aus Dietikon ist nicht nur in die Dietiker Landi-Filiale eingebrochen, sondern auch in den Heroinhandel eingestiegen. Dafür kassierte er eine unbedingte dreieinhalbjährige Freiheitsstrafe.

Attila Szenogrady
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Der Slowene wurde wegen Einbruch, Geldwäscherei und Heroinhandel zu dreieihalb JAhren verurteilt. (Symbolbild)

Der Slowene wurde wegen Einbruch, Geldwäscherei und Heroinhandel zu dreieihalb JAhren verurteilt. (Symbolbild)

Oliver Menge

Es war am 3. Februar 2010, als der heute 25-jährige Dietiker mit seinem Personenwagen in eine Polizeikontrolle geriet. Dabei stellten die Fahnder beim serbischen Beifahrer rund 80 Gramm Heroin sicher. Sie nahmen beide Männer fest und entdeckten in der Wohnung des Dietikers 19,2 Kilogramm Streckmittel. Der aus Slowenien stammende Verkäufer sass danach bis zum Mai 2010 im Gefängnis.

Seltsames Verhalten

Was danach passierte, stufte das Bezirksgericht Zürich am Prozess vom Dienstag schlicht als dreist ein. So stieg der Dietiker nach seiner Haftentlassung sogleich wieder in den Drogenhandel ein. Er übernahm von einem weiteren Serben ein Paket mit 500 Gramm Heroin und deponierte das Rauschgift in seiner Garagenbox. Von dort aus vermittelte er die Drogen weiter oder verkaufte mehrere Portionen auf eigene Faust an der Langstrasse.

Am 27. Juli 2010 schlugen die Fahnder erneut zu und konnten im Keller des Beschuldigten noch rund 300 Gramm Heroingemisch sicherstellen. Der arbeitslose Verkäufer wanderte erneut hinter Gitter. Während der Untersuchung verhielt sich der junge Mann mit Migrationshintergrund seltsam. So legte er anfänglich zahlreiche Geständnisse ab und wollte sich sogar als Polizeiinformant zur Verfügung stellen. Wohl in der Hoffnung, bald wieder auf freien Fuss zu kommen.

Als dies nicht eintraf, änderte er seine Taktik und widerrief seine früheren Zugaben. Erschwerend kam hinzu, dass ihn die Ermittlungsbehörden auch noch als Einbrecher überführen konnten. So war er an Weihnachten 2008 in Dietikon in die Landi-Filiale eingedrungen und hatte diverse Stangen Zigaretten und Schnapsflaschen gestohlen.

Bedingte Strafe gefordert

Vor Gericht zeigte der Beschuldigte weder Reue noch Einsicht. Er bezeichnete sich als Opfer der Drogenmafia, die ihm das Paket untergejubelt habe. Anders sah es die zuständige Staatsanwältin, welche dem verheirateten Mann neben den Drogendelikten im Kilobereich zusätzlich das Waschen von Drogengeldern für 6000 Franken anlastete. So soll er Gewinne aus dem Handel weitergegeben haben.

Die Verteidigung plädierte dagegen auf Teilfreisprüche und verlangte mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 17 Monaten die sofortige Haftentlassung ihres Klienten. Das Gericht folgte aber im Wesentlichen der Anklage und kam nur in wenigen Nebenpunkten zu Freisprüchen. Die Richter setzten eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren fest. Dem Slowenen droht die Ausschaffung.