Die private Zürcherische Seidenindustrie-Gesellschaft (ZSIG) will mit dem Geld die Bestände sichern, eine Design-Datenbank erstellen und die Geschichte der Seidenindustrie neu untersuchen lassen. Die Ergebnisse sollen in Form eines Buches publiziert werden.

Einzelne Vertreter der linken Ratsseite kritisierten in der Debatte die Bewilligung der Lotteriegelder. Die Familien, die früher mit der Seidenindustrie reich geworden seien, hätten auch heute noch Geld. Es sei falsch, die Aufarbeitung dieser Industrie der Öffentlichkeit zu überlassen.


50‘000 Arbeitsplätze im Kanton Zürich

Die ZSIG investiert knapp 1,3 Millionen Franken in das Projekt. Neben dem Kanton soll sich auch die Stadt Zürich daran beteiligen. Von ihr wird ein Betrag von 25‘000 Franken erwartet.

Im 19. Jahrhundert war Zürich eines der wichtigsten Zentren der europäischen Seidenproduktion. Viele Seidenunternehmen unterhielten Verkaufsbüros in New York und St. Petersburg und beschäftigten im Kanton Zürich bis zu 50'000 Personen.

Der Niedergang setzte nach der Weltwirtschaftskrise 1929 ein. Das endgültige Aus kam dann nach der Ölkrise im Jahre 1973. Die Geschichte der Zürcher Seidenindustrie ist bis heute aber wenig erforscht. Die letzte Gesamtdarstellung stammt aus dem Jahr 1954.