Der Kantonsrat hatte die Einzelinitiative Ende November 2013 vorläufig unterstützt. Sie verlangte, dass die einspurige Verbindung zwischen Uster und Aathal auf zwei Spuren ausgebaut und dafür eine Vorfinanzierung gesprochen wird.

Die Strecke habe die Kapazitätsgrenze erreicht, heisst es in der Initiative: Drei S-Bahnen verkehren auf diesem Abschnitt und kleine Verspätungen führten zu grossen Folgeverspätungen, die sich schliesslich am Bahnhof Stadelhofen und damit auf weitere Teile des Verbundnetzes auswirkten.

In Spitzenzeiten könne die Fahrplanstabilität heute nicht gewährleistet werden und bis 2030 gehe die SBB von einer Steigerung der Nachfrage um 50 bis 60 Prozent aus.

Zwölf Züge pro Stunde

"Es ist erstaunlich, wie man es heute überhaupt schafft, zwölf Züge pro Stunde durch diesen Engpass zu drücken", sagte Rosmarie Joss (SP, Dietikon) am Montag im Rat. Der Entscheid über den Ausbau liege aber nicht mehr beim Kanton, sondern beim Bund. "Das Ausbauvorhaben muss es in eines der Ausbauprogramme schaffen", sagte Joss. Die Kantonsvertreter in Bern müssten sich dafür einsetzen.

Tumasch Mischol (SVP, Hombrechtikon) sagte: "Dieser Doppelspurausbau bringt nichts, wenn der Bahnhof Stadelhofen nicht auf vier Gleise ausgebaut werden kann." Das Anliegen war im Rat unbestritten.

Bern entscheidet über Zürcher S-Bahn

Doch Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) bat die Kantonsräte inständig, die Einzelinitiative abzulehnen. Bahninfrastrukturprojekte werden seit der Fabi-Abstimmung vom Bund festgelegt und bezahlt.

Eine Vorfinanzierung eines Projekts, das von Bern nicht zu einem Teil eines Ausbauschritts erklärt wurde, ist nicht vorgesehen. Der Kanton Zürich zahlt jährlich 120 Millionen Franken in den Bahninfrastrukturfonds ein. Mit diesem Fonds werden die Ausbauprojekte finanziert.

Allerdings besteht ein Vorschlag für ein 12-Milliarden-Ausbauprojekt für den Kanton Zürich. Es soll bis 2035 umgesetzt werden und neben dem Brüttener Tunnel und dem Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen auch die Strecke Aathal-Uster umfassen. Walker Späh bat den Kantonsrat, sich zusammen mit den Kantonsvertretern in Bern für diese Variante einzusetzen.

Der Kantonsrat lehnte die Einzelinitiative ab, "ohne Freude oder Überzeugung", wie Felix Hoesch (SP, Zürich) sagte.