Zollikon
Doppelmörder kommt vor Gericht: Rund 60 Mal stach er auf seine Eltern ein

Der Doppelmord in Zollikon ZH war äusserst brutal: Ein heute 32-Jähriger soll Mitte Oktober 2014 zuerst 17 Mal auf seinen Vater und dann etwa 40 Mal auf seine Mutter eingestochen haben. Er wendete dabei so viel Kraft auf, dass die Messer abbrachen und in den Opfern stecken blieben. Am 22. Juni steht er wegen Mord vor Gericht.

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Zuerst stach der Beschuldigte 17 Mal auf seinen Vater ein, dann etwa 40 mal auf seine Mutter. (Symbolbild)

Zuerst stach der Beschuldigte 17 Mal auf seinen Vater ein, dann etwa 40 mal auf seine Mutter. (Symbolbild)

Getty Images/iStockphoto

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, war eine Diskussion zwischen dem Sohn und seinen Eltern der Auslöser für die Tat. Der Vater soll danach zu seinem Sohn gegangen sein, ihm von hinten den Arm um den Hals gelegt und gesagt haben, er solle "verreisen", er wolle ihn nicht mehr sehen. Er werde nicht mehr in die Wohnung gelassen.

Der Sohn griff sich daraufhin gemäss Anklage ein Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge und stach auf seinen 63-jährigen Vater ein. Er traf ihn etwa 17 Mal im Brustkorb, am Kopf und am Rücken. Der Schweizer soll so heftig zugestochen haben, dass er das Rückenmark seines Vaters auf Höhe des ersten Halbwirbels fast vollständig durchtrennte. Nach dem letzten Stich blieb die Klinge im Schädel seines Opfers stecken.

Nachbarin entdeckte die Leichen

Auch auf seine 66-jährige Mutter ging der Sohn los. Als sie die Küche betrat, nahm er zwei Küchenmesser - eines 20 Zentimeter lang, das andere 36. Er traf seine Mutter am Kopf, in der Brust, an der Flanke und an den Händen. Obwohl beiden Klingen brachen und Klingenteile im Körper der Frau stecken blieben, soll er auch mit den abgebrochenen Messern weiter auf sie eingestochen haben.

Gefunden wurden die Leichen von einer Nachbarin. Sie hatte einen lautstarken Streit aus der Wohnung in der Goldküstengemeinde gehört.

"Besonders skrupellose" Tötung

Die Staatsanwältin schreibt in der Anklage von einer "besonders skrupellosen" Tötung. Der Beschuldigte habe angesichts der Art, der Häufigkeit und Intensität der Messerstiche besonders grausam und verwerflich gehandelt.

Er habe das Leben seiner ihm vertrauten und leiblichen Eltern geringgeschätzt und sie heimtückisch umgebracht. Sie fordert deshalb eine Verurteilung wegen Mordes. Der Antrag für das Strafmass wird sie erst am Prozess bekannt geben.

Der Beschuldigte ist geständig. Nach der Tat wurde er wegen Suizidgefahr in eine Klinik eingewiesen - nicht sein erster Klinikaufenthalt. Er ist bereits vorbestraft, unter anderem wegen eines Gewaltdelikts, das laut der Staatsanwältin aber "lange zurück liegt". Die Verhandlung findet am 22. Juni vor dem Bezirksgericht Meilen statt.