Das Spital Affoltern steht auf der Kippe. Die Gemeinden Bonstetten und Hedingen haben angekündigt, aus dem Zweckverband aussteigen zu wollen. Die Stimmbürger der beiden Ortschaften werden am 4. März darüber abstimmen, ob sie das sinkende Schiff verlassen wollen.

Die Betriebskommission des Spitals versucht derweil das defizitäre und nach langjährigem Streit angeschlagene Krankenhaus zu retten. 140 Millionen Franken sollen investiert werden, um die veraltete Infrastruktur auf den neuesten Stand zu bringen. Dazu will man den Zweckverband auflösen und eine gemeinnützige AG gründen.

Drohender Domino-Effekt

Die Gründung der AG wäre die Grundlage für die Erneuerung des Spitals. Sollte nur eine einzige Gemeinde dagegen stimmen und der Zweckverband dadurch nicht aufgelöst werden können, droht ein Domino-Effekt. "Wir gehen davon aus, dass die Gemeinden den Zweckverband dann fast fluchtartig verlassen werden", sagt Kommissionsmitglied Stefan Gyseler gegenüber "NZZ". Schliesslich will keine die letzte sein, die im Verband bleibt und dadurch das ganze Risiko tragen muss.

Mittlerweile hat sich auch die Solviva AG ins Spiel gebracht. Das Privatunternehmen hat kürzlich an einer Informationsveranstaltung eine alternative Lösung für das Spital präsentiert. So würde mit Chirurgie, Geburtenabteilung und Akutpflege der Hauptteil des Akutspitals gestrichen. Das Krankenhaus will man als Gesundheits- und Pflegezentrum weiterbetreiben. Wie die Zukunft des Spitals aber effektiv aussehen wird, entscheidet sich voraussichtlich am 10. Juni, wenn die Gemeinden über die Auflösung des Zweckverbands abstimmen. (msa)