Gewerkschaftsstreit

Diverse Delikte: Roman Burger droht eine Anklage

Roman Burger.

Roman Burger.

Am Donnerstag trat Gewerkschafter Roman Burger von sämtlichen Funktionen zurück, dennoch ist er weiterhin bei der Unia angestellt. Zudem prüft die Staatsanwaltschaft Zürich den Vorwurf diverser Delikte in einem umfangreichen Verfahren gegen Burger.

Der Gewerkschafter Roman Burger, der am Donnerstag als Regionalleiter der Unia Zürich-Schaffhausen demissioniert hat, ist immer noch bei der Unia angestellt. Burger trat von sämtlichen Funktionen zurück, nachdem er eine Arbeitskollegin per SMS sexuell belästigt hatte. Eine sofortige Entlassung sei aufgrund der Ergebnisse der durch die Gewerkschaft veranlassten externen Untersuchung nie zur Diskussion gestanden, sagt Unia-Sprecher Lorenz Keller zur «NZZ am Sonntag». Die Zeitung zitiert zudem anonyme «Insider», die kritisieren, dass sich die Unia noch nicht von Burger getrennt habe. Dieser habe einen umstrittenen Führungsstil gehabt und habe Widerspruch kaum geduldet.

Zudem führt die Staatsanwaltschaft Zürich ein umfangreiches Verfahren gegen Burger, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Dieses hat mit dem Streit zwischen der Unia und der Gipserfirma Goger zu tun. Die Gewerkschaft warf Goger vor, Hilfsarbeiter «wie Sklaven» zu halten und Lohndumping in Millionenhöhe zu betreiben. Unter der Leitung von Burger blockierte die Unia mehrere Baustellen und hinderte Goger-Angestellte am Zutritt. Der Firmenchef, der die Vorwürfe bestreitet, reichte Strafanzeige ein. Er wirft Burger mehr als ein Dutzend Delikte vor, unter anderem Nötigung, Tätlichkeit, Sachbeschädigung und Verleumdung. Die Justiz ermittelt seit einem knappen Jahr. Gemäss «Sonntagszeitung» könnte es in wenigen Monaten zu einer Anklage kommen. (BHI)

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