Zürich

Diskussionen um Thurgauer - oder «Truurgauerstrasse» könnten zur Volksabstimmung führen

Auf dem Areal, auf dem sich derzeit vor allem Familiengärten und ein Parkplatz befinden, sind eine Schulanlage vorgesehen, ungefähr 700 gemeinnützige Wohnungen und 200 Alterswohnungen, Gewerbeflächen und ein Park. (Archiv)

Auf dem Areal, auf dem sich derzeit vor allem Familiengärten und ein Parkplatz befinden, sind eine Schulanlage vorgesehen, ungefähr 700 gemeinnützige Wohnungen und 200 Alterswohnungen, Gewerbeflächen und ein Park. (Archiv)

In Zürich Nord soll ein neues und ökologisches Stadtquartier entstehen. Das Stadtparlament hat am Mittwoch dem öffentlichen Gestaltungsplan «Thurgauerstrasse» zwar zugestimmt. Dennoch könnte es zu einem Referendum und einer Volksabstimmung kommen. Denn einige sprechen von einem Gestaltungsplan «Truurgauerstrasse».

Das Entwicklungsgebiet Leutschenbach in Seebach und Schwamendingen entwickelt sich seit geraumer Zeit zu einem neuen, urbanen Quartier. Das Areal Thurgauerstrasse zwischen Hallenstadion und Glattpark - mit einer Fläche von 65'000 Quadratmetern - stellt dabei eine der grössten unbebauten Baulandreserven der Stadt Zürich dar.

Auf dem Areal, auf dem sich derzeit vor allem Familiengärten und ein Parkplatz befinden, sind eine Schulanlage vorgesehen, ungefähr 700 gemeinnützige Wohnungen und 200 Alterswohnungen, Gewerbeflächen und ein Park. Bereits bewilligt hat das Parlament das Schulhaus und den Park.

Bei dem am Mittwoch zur Debatte stehenden Areal handelt es sich um einen schmalen, langgezogenen Streifen Land, angrenzend an die Thurgauerstrasse auf der einen Seite und an die Siedlung Grubenacker mit kleinteiligen Häusern und der Bahnlinie auf der anderen Seite. Die Lage und Geometrie der Fläche erweisen sich für die Planung als nicht ganz einfach.

Dies hatte unter anderem dazu geführt, dass der Gemeinderat Anfang Juli 2019 nach turbulenter Diskussion den damaligen Gestaltungsplan an die Kommission zurückwies; FDP und SP verhinderten mit vereinten Kräften - eine Seltenheit - die Rückweisung an den Stadtrat, was die Grünen damals forderten.

Gummiboot kann Dampfer nicht retten

Ein halbes Jahr später verlangten die Grünen erneut die Rückweisung an den Stadtrat, scheiterten aber mit 74 zu 46 Stimmen. Ein Dampfer könne auch nicht mit einem Gummiboot auf Kurs gebracht werden, argumentierten sie. Auch wenn das Gummiboot mit guten Anträgen und Vorstösse beladen sei.

Die von der Kommission überarbeitete Vorlage sei Pflästerlipolitik. Ein etwas grünerer Anstrich - etwa Vertikalbegrünungen - ändere nichts daran, dass die ganze Planung verfehlt sei, und man neu beginnen müsse. Unterstützt wurde die Rückweisung von SVP, AL und EVP. Sie lehnten am Ende auch den Gestaltungsplan ab.

SP, FDP und GLP wollten davon und von der Rückweisung nichts wissen. Jetzt habe man sechs Jahre geplant und es sei etwas Gutes dabei herausgekommen, lautete der Tenor.

Gut auf Kurs

Auch der zuständige Stadtrat, Hochbauvorstand André Odermatt (SP), betonte die sorgfältige Planung. Man sei grundsätzlich «gut auf Kurs». Das Areal biete ein «riesiges Potenzial». Man müsse jetzt konsequent handeln, die Chance packen und etwas Grosses wagen.

Odermatt wies auch darauf hin, dass man sich nun nicht in Details verlieren soll. Denn jetzt rede man vom Gestaltungsplan und nicht von einzelnen Häusern.

Der öffentliche Gestaltungsplan «Thurgauerstrasse Teilgebiete A und C-F Wohnen/Gewerbe» schafft zusammen mit dem öffentlichen Gestaltungsplan «Thurgauerstrasse Teilgebiet B Schule/Quartierpark» und der Zonenplanänderung «Thurgauerstrasse» die planungs- und baurechtliche Grundlage für die Entwicklung des Areals Thurgauerstrasse.

Referendum gegen «Truurgauerstrasse»

Die Grünen, die nur noch von der «Truurgauerstrasse» sprachen, kündigten auch an, das Referendum gegen den Gestaltungsplan zu unterstützen. Auch die AL will das von der IG Grubenacker initiierte Volksreferendum gegen das Projekt unterstützen. Man sehe einer visionsreichen Debatte ausserhalb des Parlaments optimistisch entgegen. Kommt das Referendum zustande, muss sich dann das Stimmvolk zum Gestaltungsplan äussern.

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