Zürich

Direkte Verbindung bevorzugt: Kantonsrat spricht 3,2 Millionen Franken für Veloweg

Das Mitte-Links-Spektrum von der FDP bis hin zur AL ist sich einig: Damit ein Veloweg sinnvoll ist, muss er direkt von A nach B führen und sicher sein.

Das Mitte-Links-Spektrum von der FDP bis hin zur AL ist sich einig: Damit ein Veloweg sinnvoll ist, muss er direkt von A nach B führen und sicher sein.

Zwischen Knonau und Mettmenstetten wird für 3,2 Millionen Franken ein separater Rad- und Gehweg gebaut. Der Kantonsrat bewilligte den Kredit am Montag gegen den Willen der SVP und der EDU, die eine günstigere Variante ins Spiel bringen wollten.

Vordergründig ging es um die Schliessung einer kleinen Lücke im Radwegnetz des Kantons Zürich: Der Kantonsrat hat am Montag gut 3,2 Millionen Franken bewilligt, damit auf einem knapp 1,8 Kilometer langen Abschnitt entlang der Zürichstrasse zwischen Mettmenstetten und Knonau ein separater Velo- und Gehweg gebaut wird. Doch wie so oft, wenn es um Verkehr geht, entwickelte sich daraus eine lange Grundsatzdebatte. Sie drehte sich, kurz gesagt, um folgende Fragen: Ist es angezeigt, für Velofahrer die schnellstmögliche, sicherste Verbindung zu schaffen und dafür tiefer ins Portemonnaie zu greifen — oder tut es eine verwinkeltere, hügeligere, längere, unübersichtlichere, dafür aber zunächst einmal billigere Streckenführung auch?

Letztere Auffassung vertraten SVP und EDU: Sie plädierten für einen Veloweg, der über einen bisher Wanderern und Landwirten vorbehaltenen Flurweg führt. Die Baukosten für diese Alternativroute hätten sich auf 650 000 Franken belaufen, wie Erich Bollinger (SVP, Rafz), Präsident der Kantonsratskommission für Planung und Bau, ausführte. Zudem hätte dadurch Kulturland geschont werden können. Die nun bewilligte Route entlang der Zürichstrasse sieht nämlich einen 2,5 Meter breiten Rad- und Gehweg vor, der durch einen 1,5 Meter breiten Grünstreifen von der Fahrbahn abgetrennt ist.

Kehrtwende der GLP

Ursprünglich hatte die GLP in der Kommission den billigeren Alternativvorschlag eingebracht. Doch die Grünliberalen liessen sich von der Baudirektion umstimmen. Zum einen aus Sicherheitsgründen, wie Thomas Wirth (GLP, Hombrechtikon) erklärte. Für die billigere Alternativroute hätten die betroffenen Velofahrer, vielfach Oberstufenschüler, nämlich die Zürichstrasse, auf der Tempo 80 gilt, überqueren müssen. «Ein sicherer Schulweg ist wichtiger als Kulturland zu schonen», so Wirth. Zum anderen hätte eine Rückweisung des teureren Regierungsantrags den Radwegbau um Jahre verzögert.

Und das Projekt hat schon einige Jahre auf dem Buckel: Bereits das 2001 von der damaligen Regierungsrätin Rita Fuhrer (SVP) lancierte kantonale Radwegkonzept hatte die Schliessung der Lücke im Säuliamt für dringlich erklärt.

Vergeblich argumentierte Martin Hübscher (SVP, Wiesendangen) für ein Umdenken in der Velopolitik: «Bestehende Flurwege müssen einbezogen werden», meinte er. Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis) konterte: «Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Route ist nun mal der direkte Weg zwischen zwei Dörfern.» Ausserdem seien langfristig die Unterhaltskosten tiefer, wenn man den Veloweg entlang der Strasse baue. Dann könne nämlich der Unterhalt des Velowegs in einem Zug mit jenem der Strasse besorgt werden.

Roland Munz (SP, Zürich) doppelte nach: Wenn man die hügelige, unübersichtlichere und 1,5 Kilometer längere Alternativroute baute, würde sie wohl nur von wenigen Radfahrern benützt. «Dann könnte man das Geld genauso gut zum Fenster hinauswerfen», so Munz.
Damit waren alle Argumente vorgebracht, und Baudirektor Markus Kägi (SVP) bat den Kantonsrat um Zustimmung zum 3,2-Millionen-Kredit. Er wusste das Mitte-Links-Spektrum von der FDP über die CVP, BDP, EVP, GLP, Grüne und SP bis hin zur AL hinter sich, sodass eine klare Mehrheit für das vom Regierungsrat vorgelegte Projekt resultierte.

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