Trauerfeier

Diogenes-Gründer Daniel Keel erhält in Zürich die letzten Ehrungen

Gegen 700 Personen haben am Samstag im Zürcher Fraumünster vom Verleger und Gründer des Diogenes-Verlages Daniel Keel Abschied genommen. Aus der halben Welt waren Schriftstellerinnen und Schriftsteller angereist, um einem der Grossen der Literaturszene die letzte Ehre zu erweisen.

Unter den Teilnehmenden der zweistündigen Gedenkfeier waren zahlreiche Autorinnen und Autoren, die von Keel entdeckt und verlegt wurden. Die Bestsellerautorin Donna Leon kam ebenso wie Martin Suter, Ingrid Noll, Antony McCarten, Bernhard Schlink, Rolf Dobelli oder Peter Rüedi, der Verfasser der grossen Biografie zu Friedrich Dürrenmatt, dessen Bücher ebenfalls von Diogenes verlegt wurden.

Die Politik vertraten Bundesrätin Simonetta Sommaruga, eine Nichte Keels, in Begleitung ihres Mannes und Schriftstellers Lukas Hartmann, sowie Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger. Unter den Trauergästen befand sich auch die deutsche Feministin und Chefredaktorin von "Emma", Alice Schwarzer.

Für all jene, die Daniel Keel in den letzten Monaten gesehen hätten, sei dessen Tod nicht überraschend gekommen, sagte der Schweizer Autor Urs Widmer in einer sehr persönlich gehaltenen Rede. Der Tod seiner Frau Anna sei für den Verleger ein Schock gewesen, von dem er sich nicht erholt habe.

Daniel Keel starb am 13. September im Alter von 80 Jahren, 11 Monaten und 3 Tagen in seinem Haus in Zürich - einen Tag vor dem Jahrestag des Todes seiner Ehefrau. Die Plötzlichkeit seines Todes habe ihn dennoch betroffen gemacht, bekannte Widmer. "Daniel war nicht nur mein Verleger, er war auch mein Freund."

"Ohne Keel würde ich nicht schreiben"

Doris Dörrie erinnerte sich, wie Keel sie vor 25 Jahren in München aufgesucht und von ihm als Schriftstellerin entdeckt wurde. "Ich verdanke Dani mein zweites Leben, das Schreibleben; ohne ihn würde ich keine Bücher schreiben", sagte die deutsche Autorin.

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