In etwa so könnte der heutige Tag aussehen: Nach dem Morgenkaffee wird zuerst einmal die Wohnung geputzt. Nach dem Abstauben und Staubsaugen folgt der Wocheneinkauf. Bevor es aber los geht, muss noch kurz eine Waschmaschine angeworfen werden. Ist der Kühlschrank später dann gefüllt, muss noch die Wäsche an die Trockenleine. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät: Der Samstag ist rum, es geht ans Abendessen.

Das Zürcher Start-up-Unternehmen Cosmobutler bietet einen Dienst an, der die Hausarbeiten für einen erledigt. Erst kürzlich lancierte die Firma ein Pilotprojekt – den Chatbot, der wie ein Butler funktioniert. Es handelt sich hierbei um einen persönlichen Assistenten, der jedoch nur virtuell existiert. Alex Benincà, Gründer von Cosmobutler, erklärt die digitale Funktion: «Die Kommunikation mit dem Chatbot wird automatisch durch künstliche Intelligenz, also von Algorithmen gesteuert und verstanden. Standard-Antworten werden verstanden und weiter verarbeitet. Der Chatbot lernt bei der Unterhaltung mit der Zeit dazu. So benötigt er ab der zweiten Bestellung die Adresse und Kontaktdaten des Nutzers nicht mehr.»

Wer bei sozialen Netzwerk Facebook ein Profil besitzt, kann über den Messenger-Link von Cosmobutler mit dem digitalen Butler in Kontakt treten. Die Begrüssung folgt sogleich: «Hi, bitte wähle, was wir für dich tun können.» Im Angebot gibt es den Putzdienst für 34.90 Franken pro Stunde. Die Reinigung von Backofen oder Kühlschrank kostet zusätzlich 17.45 Franken pro Stunde. Es kann aber auch die Textilreinigung für 7.90 Franken pro Kilo Alltagswäsche, eine Teppichreinigung für 29 Franken pro Quadratmeter oder die Schuhreinigung für 30 Franken gebucht werden.

Diese drei Angebote beinhalten zudem den Abhol- und Lieferdienst. Weil Putzen anstrengend und zeitintensiv ist, ist die Wahl schnell getroffen. Der Chatbot fragt dann, an welchem Datum und zu welcher Zeit die Putzkraft vorbeikommen soll. Bei der ersten Bestellung folgt die Angabe von Adresse und Telefonnummer. Schon ist die Bestellung abgeschlossen. «Der Dienst wird dann von ausgewählten lokalen Partnern ausgeführt», erklärt Benincà.

Virtuell geht es schneller

Diesen Dienst bietet das Jungunternehmen seit etwas mehr als zwei Wochen an. Derzeit steht er der bestehenden Kundschaft in Zürich, Bern, Basel, Zug und Winterthur zur Verfügung. Wie Benincà auf Anfrage sagt, komme der Chatbot bei den Kunden gut an und biete einen klaren Vorteil: «Mit dem Chatbot wird die Dauer einer Bestellung auf unter 40 Sekunden gekürzt.» Dies im Vergleich zum üblichen Bestellvorgehen über den Computer oder das Smartphone.

Wer kein Profil auf Facebook hat oder den Messenger der gleichen Plattform nicht nutzt, kann – im digital klassischen Sinne – über die Website der Firma die Dienstleistungen buchen. Abgerechnet wird über die hinterlegten Zahlungsangaben.

Über die Website oder den bestehenden Kundendienst muss man auch dann gehen, wenn man sich erlaubt, dem Chatbot eine sogenannte Freitextnachricht zu schreiben. Dies könnte etwa wie folgt lauten: «Kann ich für die Reinigung meiner Wohnung eine Offerte erhalten?» Auf diese Frage nämlich antwortet der Chatbot standardisiert mit der Angebotsübersicht von Cosmobutler. Benincà bestätigt die Kommunikationsgrenzen: «Sollte er eine Nachricht nicht verstehen, weist der Chatbot darauf hin. Im Notfall stehen im Hintergrund Mitarbeiter des Cosmobutler Kundendienstes zur Verfügung, um die Kommunikation zu übernehmen.» Das werde nötig, falls ein Kunde mehr als nur einen Standardwunsch habe.

Für alltägliche Dienstleistungen setzt sich Benincà mit seinem 12-köpfigen Team seit 2011 ein. Cosmobutler machte es sich schon damals zum Ziel, den Kunden Hausarbeiten abzunehmen, dabei jedoch die lokalen Dienstleister zum üblichen Preis zu vermitteln –jedoch mit zunehmend steigendem Komfort.