Lohnunterschiede
Differenz zwischen Männer- und Frauenlöhnen im Kanton Zürich wächst

Frauen in der Schweiz verdienen im Schnitt 19 Prozent weniger als Männer. Nirgendwo ist der Unterschied grösser als im Kanton Zürich, wo die Differenz bei den Löhnen in der Privatwirtschaft 25 Prozent beträgt.

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Männer habens noch immer leichter

Männer habens noch immer leichter

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Zürich ist auch der einzige Kanton, in dem die Kluft zwischen 1998 und 2008 gewachsen ist, wie die Zürcher Direktion der Justiz und des Innern am Donnerstag mitteilte. Der monatliche Bruttolohn der Männer liegt bei 6958 Franken, derjenige der Frauen bei 5221 Franken.

Von den 1737 Franken Lohnunterschied lassen sich knapp zwei Drittel mit Faktoren wie Ausbildung, Berufserfahrung, Dienstjahre, berufliche Stellung und Anforderungsniveau erklären. Doch auch wenn Frauen genau dieselben Faktoren wie Männer aufweisen verdienen sie 625 Franken weniger. Diese Differenz gilt als diskriminierender Anteil.

Im Schnitt 16 Prozent weniger

Das Statistische Amt des Kantons Zürich hat im Auftrag der Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann die Lohnstrukturdaten der Zürcher Privatwirtschaft 2008 untersucht. Dabei wurde deutlich, dass auch zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten grosse Lohnunterschiede bestehen.

Härter betroffen sind in diesem Fall die Männer. Sie verdienen, wenn man Teilzeit- auf Vollzeitlöhne hochrechnet, im Schnitt 16 Prozent weniger. Bei Frauen liegt der Unterschied bei 6 Prozent. In der Finanzbranche und der Informatik sowie im oberen Kader müssen Männer bis zu 28 Prozent Lohneinbussen hinnehmen.

Die Analysen der Lohndaten zeigen, dass es weitere Massnahmen braucht, um die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann zu erreichen, heisst es in der Mitteilung. Handlungsbedarf bestehe auch für eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Teilzeitarbeit müsse gleichwertig bezahlt werden wie Vollzeitarbeit.