Pokémon Go
Dieses Spiel bringt die halbe Welt um den Verstand – nun auch Zürich

In Amerika wandeln seit einer Woche Menschen durch die Gegend, die wie Zombies auf ihre Smartphones starren. Dieses Phänomen hat nun auch Zürich erfasst. Grund dafür ist das neue Spiel "Pokémon Go".

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In New York tummeln sich massenhaft Menschen im Central Park, die wie besessen auf ihre Smartphones starren. In Australien stürmten mehrere Personen mit ihren Handys bewaffnet in eine Polizeistation, wie "nintendolife" berichtete. Ausserdem: Ein 200 Kilogramm schwerer Hüne soll gemäss "watson" zehn Kilometer weit gelaufen sein – ohne es überhaupt zu merken. Was sie gemeinsam haben? Alle wurden vom neuen Spiele-Hype infiziert. Nintendos neueste Entwicklung "Pokémon Go" ist weltweit erst eine Woche auf dem Markt, bricht aber bereits alle Rekorde. In der Schweiz ist das Spiel zwar noch nicht in den offiziellen App-Stores erhältlich, dennoch gibt es auch hier schon viele Angefressene, die selbst bei strömendem Regen nach den virtuellen Monstern suchen.

Wie funktioniert das "Mixed-Reality"-Spiel?

Dank GPS und Handykamera können Fans mit dem Smartphone in der realen Welt fiktive Monster jagen. Dabei wird auf dem Display eine virtuelle Karte der Umgebung angezeigt, in welche sich Pokémons schleichen, die der Spieler dann jagen muss. Diese Distanz geht er zu Fuss, was nicht immer ein Katzensprung ist, wie das Beispiel des 200-Kilo-Mannes beweist. Steht der Spieler dann vor dem Pokémon, wechselt die APP automatisch in den Kamera-Modus und zeigt so das Monster irgendwo in der Umgebung an. Mit kleinen Bällen, sogenannten Pokéballs, kann es anschliessend eingefangen werden.

Auch Spieler Pascal Landolt sagt gegenüber "TeleZüri" begeistert: "Bereits als Kind war ich ein riesiger Pokémon-Fan. Nun, 20 Jahre später durch die Stadt zu laufen und Pokémons persönlich zu sehen sowie diese zu fangen – das ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes!" Bis zu vier Stunden am Tag läuft er kreuz und quer durch Zürich, um die virtuellen Monster zu jagen.

Polizei warnt vor Spiel

Einzig die Polizei findet wenig Gefallen an diesem neuen Hype – im Gegenteil. Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, befürchtet gar zusätzliche Verkehrsunfälle, da die Gamer abgelenkt und unaufmerksam seien. "Der Spieler starrt nur noch auf sein Handy und achtet sich nicht mehr darauf, was auf der Strasse passiert." Zum Beispiel können so Baustellen, Troittoirrände oder auch Autos übersehen werden. Diese Punkte sprechen klar gegen dieses "gefährliche Spiel", so Cortesi zu "TeleZüri".

Auch in Zürich werden solche "Mixed-Reality"-Spiele entwickelt. Matthias Sala, Projektleiter des Game Studios Gbanga, rechnet damit, dass diese Form von Games einen völlig neuen Boom auslösen werden. Schliesslich schaffe die Verbindung der digitalen mit der physischen Welt viel mehr Eindrücke. "Das ist die Zukunft", ist er überzeugt. (sme)

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