Mega-Event
Diebstähle, sexuelle Belästigung, Messerstechereien: Die Schattenseiten der Street Parade

900'000 Raverinnen und Raver haben am Samstag rund um das Zürcher Seebecken getanzt: Die 25. Street Parade war ein weiteres Mal ein fröhlicher, bunter und auch weitgehend friedlicher Anlass. Einzig Diebe mit Pfefferspray sorgten bei der Jubiläumsparade für etwas Aufregung.

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Heisse Luft aussen und innen: Ballone waren ein beliebtes Accessoire bei der Ausgabe 2016.
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Impression von der Street Parade 2016.
Impression von der Street Parade 2016.
Impression von der Street Parade 2016.
Die Street Parade 2016 in Bildern
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Die Cheerleading Gruppe Eurodancers aus Schlieren
Auch die SBB sind in Partylaune
Die Partysüchtigen zieht es nach Zürich.
Die Lovemobiles sind gestartet.
Raver aus dem Tessin feiern bereits im Street-Parade-Extrazug nach Zürich ausgelassen. Die SBB stellen bis in die frühen Morgenstunden Extrazüge Nacht-Busse und Trams bereit.
Die StreetParadeFamilie
Lovemobiles am Bellevue
Die Stimmung in den S-Bahnen ist schon vor dem offiziellen Beginn prächtig.

Heisse Luft aussen und innen: Ballone waren ein beliebtes Accessoire bei der Ausgabe 2016.

Keystone/Walter Bieri

Die Organisatoren der weltweit grössten Technoparade zogen am Sonntag eine positive Bilanz: Es sei eine "fantastische Party" gewesen. Rund 900'000 Personen vergnügten sich gemäss ihren Angaben auf den Zürcher Strassen.

Laute Bässe liessen Zürich vibrieren. Teufelshörner und Engelsflügel, Indianerfederschmuck und farbige Plastikperücken wippten im Takt. Die Sonne sowie die über 200 DJs auf den acht Bühnen und den 27 Love-Mobiles heizten stundenlang ein.

Das Motto der Jubiläumsausgabe lautete "unique": Hunderttausende Menschen feierten fröhlich und zelebrierten gemeinsam eine riesige Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz, teilten die Organisatoren mit. "Das ist weltweit absolut einmalig."

Diebe setzen Pfefferspray ein

Trotz der grossen Menschenmenge und der warmen Temperaturen verzeichneten Polizei und Sanität vergleichsweise wenige Einsätze. Schutz & Rettung behandelte an den acht eingerichteten Sanitätsposten 690 Personen - rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für Arbeit sorgten insbesondere Diebe. Alleine auf dem Kantonspolizeiposten am Hauptbahnhof Zürich wurden rund 80 Diebstähle gemeldet. Gestohlen wurden vorwiegend Mobiltelefone und Portemonnaies. Aber auch diverse "auffällige Halsketten" seien entrissen worden, teilte die Kantonspolizei am Sonntag mit.

In der Menschenmenge am Seebecken waren ebenfalls Entreiss-Diebe unterwegs - sie setzten gemäss Stadtpolizei gegen ihre Opfer Pfefferspray ein. Dies spürte auch Schutz & Rettung: "Aussergewöhnlich hoch waren die Augenbehandlungen infolge von Reizstoffen."

Wegen übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum kam es zu verschiedenen Auseinandersetzungen. Am Limmatquai zog sich gegen 18 Uhr ein 24-jähriger Peruaner eine Stichverletzung zu. Ein tatverdächtigter 22-jähriger Brasilianer wurde von der Stadt- und der Kantonspolizei Zürich verhaftet.

Um 0.30 Uhr erlitten am Utoquai zwei 28-jährige Franzosen lebensgefährliche Stich- und Schnittverletzungen. Kurz darauf wurden ein 18-jähriger Iraner und ein gleichaltriger Schweizer festgenommen, die sich - ebenfalls verletzt - am Bellevue in einen Sanitätsposten begaben.

Die Stadtpolizei verzeichnete zudem vereinzelte Anzeigen wegen sexueller Belästigung, sie hielt Dealer an, stellte Falschgeld sicher und verzeigte mehrere Personen wegen illegaler Getränke- und Warenverkäufe. Sie hat insgesamt rund 50 Personen verhaftet. 16 weitere Personen nahm die Kantonspolizei Zürich insbesondere rund um den Hauptbahnhof fest.

Die Kantonspolizei führte im Zusammenhang mit der Street Parade in der Nacht auf Sonntag auf der A3 zudem eine Grosskontrolle durch.

Einsätze abseits der Parade

Wie Schutz & Rettung mitteilte, betrafen die häufigsten Behandlungsgründe wie in den vergangenen Jahren Schnittverletzungen sowie übermässiger Alkohol- und Drogenkonsum mit 280 respektive 255 Fällen. 83 Personen wurden zur Überwachung und Ausnüchterung in die Patientensammelstelle überführt. Darunter befanden sich zwei Jugendliche unter 16 Jahren.

Während sich die Behandlungen in den Sanitätsposten "in Grenzen hielten", hatte Schutz & Rettung auf dem ganzen Stadtgebiet "ein hohes Einsatzaufkommen zu bewältigen". Von Samstag- bis Sonntagmorgen leistete der Rettungsdienst insgesamt 250 Einsätze - das entspricht ungefähr dem dreifachen Volumen eines "normalen" Wochenendtages.

Lesen Sie unseren Liveblog zur Street Parade 2016 nach: