Die Organisatoren der weltweit grössten Technoparade zogen am Sonntag eine positive Bilanz: Es sei eine "fantastische Party" gewesen. Rund 900'000 Personen vergnügten sich gemäss ihren Angaben auf den Zürcher Strassen.

Laute Bässe liessen Zürich vibrieren. Teufelshörner und Engelsflügel, Indianerfederschmuck und farbige Plastikperücken wippten im Takt. Die Sonne sowie die über 200 DJs auf den acht Bühnen und den 27 Love-Mobiles heizten stundenlang ein.

Street Parade 2016: So ausgelassen wurde rund ums Zürcher Seebecken gefeiert

Street Parade 2016: So ausgelassen wurde rund ums Zürcher Seebecken gefeiert

Heisse Sommertemperaturen, wummernde Bässe und viel nackte Haut: An die 900 000 Raver feierten am Samstag rund ums Zürcher Seebecken eine ausgelassene Party. "Zurich is Unique" hiess das Motto der 25. Streetparade. Die Hymne dazu wurde von bekannten Schweizer DJ Mr. Da-Nos produziert.

Das Motto der Jubiläumsausgabe lautete "unique": Hunderttausende Menschen feierten fröhlich und zelebrierten gemeinsam eine riesige Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit und Toleranz, teilten die Organisatoren mit. "Das ist weltweit absolut einmalig."

Diebe setzen Pfefferspray ein

Trotz der grossen Menschenmenge und der warmen Temperaturen verzeichneten Polizei und Sanität vergleichsweise wenige Einsätze. Schutz & Rettung behandelte an den acht eingerichteten Sanitätsposten 690 Personen - rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr.

Für Arbeit sorgten insbesondere Diebe. Alleine auf dem Kantonspolizeiposten am Hauptbahnhof Zürich wurden rund 80 Diebstähle gemeldet. Gestohlen wurden vorwiegend Mobiltelefone und Portemonnaies. Aber auch diverse "auffällige Halsketten" seien entrissen worden, teilte die Kantonspolizei am Sonntag mit.

In der Menschenmenge am Seebecken waren ebenfalls Entreiss-Diebe unterwegs - sie setzten gemäss Stadtpolizei gegen ihre Opfer Pfefferspray ein. Dies spürte auch Schutz & Rettung: "Aussergewöhnlich hoch waren die Augenbehandlungen infolge von Reizstoffen."

Wegen übermässigem Alkohol- und Drogenkonsum kam es zu verschiedenen Auseinandersetzungen. Am Limmatquai zog sich gegen 18 Uhr ein 24-jähriger Peruaner eine Stichverletzung zu. Ein tatverdächtigter 22-jähriger Brasilianer wurde von der Stadt- und der Kantonspolizei Zürich verhaftet.

Um 0.30 Uhr erlitten am Utoquai zwei 28-jährige Franzosen lebensgefährliche Stich- und Schnittverletzungen. Kurz darauf wurden ein 18-jähriger Iraner und ein gleichaltriger Schweizer festgenommen, die sich - ebenfalls verletzt - am Bellevue in einen Sanitätsposten begaben.

Terrorgefahr an Street Parade

Terrorgefahr an Street Parade

Wo grosse Menschenmassen zusammenkommen, ist auch die Terrorangst im Hinterkopf. Dieses Jahr sind so viele Sicherheitskräfte vor Ort, wie noch nie.

Die Stadtpolizei verzeichnete zudem vereinzelte Anzeigen wegen sexueller Belästigung, sie hielt Dealer an, stellte Falschgeld sicher und verzeigte mehrere Personen wegen illegaler Getränke- und Warenverkäufe. Sie hat insgesamt rund 50 Personen verhaftet. 16 weitere Personen nahm die Kantonspolizei Zürich insbesondere rund um den Hauptbahnhof fest.

Die Kantonspolizei führte im Zusammenhang mit der Street Parade in der Nacht auf Sonntag auf der A3 zudem eine Grosskontrolle durch.

Einsätze abseits der Parade

Wie Schutz & Rettung mitteilte, betrafen die häufigsten Behandlungsgründe wie in den vergangenen Jahren Schnittverletzungen sowie übermässiger Alkohol- und Drogenkonsum mit 280 respektive 255 Fällen. 83 Personen wurden zur Überwachung und Ausnüchterung in die Patientensammelstelle überführt. Darunter befanden sich zwei Jugendliche unter 16 Jahren.

Street Parade 2016 von oben

Street Parade 2016 von oben

Eindrückliche Luftaufnahmen der Street Parade 2016. Die Mega-Party lockte auch dieses Jahr zahlreiche Besucher nach Zürich.

Während sich die Behandlungen in den Sanitätsposten "in Grenzen hielten", hatte Schutz & Rettung auf dem ganzen Stadtgebiet "ein hohes Einsatzaufkommen zu bewältigen". Von Samstag- bis Sonntagmorgen leistete der Rettungsdienst insgesamt 250 Einsätze - das entspricht ungefähr dem dreifachen Volumen eines "normalen" Wochenendtages.

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