Mit der im kantonalen Richtplan eingetragenen Westtangente will der Kanton das Ortszentrum der Stadt Wetzikon vom Durchgangsverkehr entlasten. Die vorgesehene Strassenführung liegt jedoch am Rand des bundesrechtlich geschützten Pfäffikerseegebiets. Ein deswegen eingeholtes Gutachten der ENHK wurde nun ausgewertet.

Ein Entscheid über die Bewilligungsfähigkeit des Vorhabens ist aufgrund der Ergebnisse noch nicht möglich, schreiben der Regierungsrat und die Gemeinde Wetzikon in einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag. Das Projekt müsse weiter konkretisiert werden - bevor die ENHK es erneut prüfen wird.

Die Moorlandschaft am Pfäffikersee gehört zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Das Strassenprojekt sei mit dem Schutz dieses Gebiets grundsätzlich vereinbar, schreibt die Kommission. Dazu müssten aber die Einflüsse auf die Moorbiotope noch vertieft untersucht werden.

Strikter Schutz von Moorlandschaften

Zudem betont die ENHK, dass zusätzliche Massnahmen zur Aufwertung der Lebensräume und der Landschaft nötig seien. Moorlandschaften unterstehen im Unterschied zu BLN-Gebieten einem strikten Schutz. Das Projekt schneide das Moor zwar nur geringfügig. "Dennoch verbleiben Vorbehalte bezüglich der Bewilligungsfähigkeit", heisst es weiter.

Neben der Umfahrung des Ortszentrums soll die Westtangente dereinst auch als Zubringer zur Oberlandautobahn dienen. Der Kanton wird nun zusammen mit der Stadt Wetzikon andere mögliche Verkehrsführungen prüfen. Mehrere Varianten stehen zur Diskussion.

Eine davon ist die Spange Pappeln-/Elisabethenstrasse, welche der Westtangente gegenübergestellt werden soll. Für die Erarbeitung dieser Vorschläge wird mit eineinhalb Jahren gerechnet. Dann sollen die Grundlagen vorliegen, um ein Projekt festzulegen und einschätzen zu können, ob die Westtangente überhaupt bewilligungsfähig ist.