Eine Gruppe von FKKler habe auf Facebook einen Plan der Südspitze der Werdinsel veröffentlicht, auf dem einzelne Nutzungszonen eingezeichnet seien: Solche für Homos, solche für Heteros und auch ein eigenes Wäldchen für die Swinger, berichtet der «Tagesanzeiger». Dies erfülle das Quartier mit Besorgnis. Ein Anwohner etwa habe gegenüber dem «Tagesanzeiger» gesagt, es sei doch ein Witz, wenn er mit der Werdinsel vor der Haustüre trotzdem mit seinen Kindern nach Oberengstringen in die Badi müsse. Ein anderer Familienvater habe berichtet, er sei mit seinen beiden kleinen Kindern schon Zeuge geworden, wie ein nackter Mann in der Nähe ihres Picknickplatzes am Spitz der Werdinsel onaniert habe.

Ein weiteres Problem sei die intensive Nutzung der Werdinsel, schreibt der «Tagesanzeiger». An Spitzentagen würden bis zu 4500 Personen das Erholungsgebiet aufsuchen, jährlich fast eine halbe Million. Es handle sich nicht nur um Zürcher, sondern auch aus den Nachbarkantonen reisen die Menschen an. Wegen des neuen Naturschutzgebietes Limmatauen sei mit einer Zunahme der Besucherzahlen zu rechnen.

Die Stadtpolizei habe das Problem seit Jahren im Auge. Rein rechtlich dürfe sich jedoch jeder nackt in der Öffentlichkeit bewegen, und auch Geschlechtsverkehr im Freien sei nicht strafbar, solange niemand Anklage erhebe, sagt Marco Cortesi, Mediensprecher der Stadtpolizei, gegenüber dem «Tagesanzeiger». Die Stadtpolizei sei regelmässig mit Patrouillen vor Ort.

SP-Gemeinderat Alan David Sangines schlage vor, dass die FKK-Zone ausgeschildert werde. Dagegen stelle sich der Quartierverein Höngg. Ein offizielles FKK-Bad würde noch mehr Leute anziehen, sagt der Verein gegenüber dem «Tagesanzeiger». (fwa)