Zürich
Die Verselbstständigung der BVK ist endgültig abgeschlossen

Die Verselbstständigung der kantonalen Pensionskasse BVK ist abgeschlossen. Nach dem Eintrag ins Handelsregister ist die mit 110'000 Aktivversicherten und Rentenbeziehenden grösste Pensionskasse aus der Zürcher Kantonsverwaltung herausgelöst.

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Der Sitz der BVK in Zürich.

Der Sitz der BVK in Zürich.

Keystone

Die BVK sei die erste grosse öffentlich-rechtliche Pensionskasse der Schweiz, die in eine privatrechtliche Stiftung überführt wurde, sagte Stiftungspräsident Bruno Zanella am Montag vor den Medien.

Rechtlich wurde die Verselbstständigung durch die Fusion der bestehenden Amtsstelle BVK mit der neuen BVK-Stiftung abgewickelt, die am 6. August im Handelsregister eingetragen wurde. Die Fusion erfolgt rückwirkend auf Anfang Jahr.

Die Verselbstständigung sei "exakt nach Fahrplan" verlaufen, schreibt die Zürcher Finanzdirektion dazu. Die vom Bund nachträglich um ein Jahr erstreckte Frist sei nicht in Anspruch genommen worden und es seien keine Rechtsmittel ergriffen worden, was keine Selbstverständlichkeit sei.

Liegenschaften neu selbst bewirtschaftenAls Folge der Entflechtung kann sich die BVK laut Zanella künftig ausschliesslich auf die Interessen der Versicherten und angeschlossenen Arbeitgeber ausrichten. Durch die neue Struktur können Interessenkonflikte vermieden werden, zum Beispiel bei der Vermietung von Liegenschaften an den Kanton.

Etwa 70 Prozent der von der BVK direkt gehaltenen Liegenschaften im Wert von 4,5 Milliarden Franken befinden sich im Kanton Zürich. Diese werden ab 1. Oktober von der BVK selbst bewirtschaftet.

Die bisher für die Liegenschaften zuständigen Mitarbeitenden der dem Kanton Zürich gehörenden Kantag Liegenschaften AG wechseln zur BVK, wie Zanella sagte. Dadurch steigt der Personalbestand der BVK von 70 auf 120 Vollzeitstellen (etwa 150 Mitarbeitende). Der Kantag-Geschäftsführer Hansjörg Felix wird neu Mitglied der BVK-Geschäftsleitung.

Durch die Übernahme der Kantag-Mitarbeitenden werde das bestehende Fachwissen langfristig gesichert und die Bewirtschaftung könne direkter geführt werden. Die BVK spart laut Zanella auch Mehrwertsteuer-Kosten.

Mehr VersicherteDer Versichertenbestand ist laut BVK-Chef Thomas R. Schönbächler um 1,6 Prozent gewachsen. Den 80'500 Aktivversicherten stehen 31'500 Rentenbeziehende gegenüber. Das Anlagevermögen beträgt 27,5 Milliarden Franken.

Der Deckungsgsgrad der BVK, der 2008 aufgrund der Finanzkrise auf 81 Prozent gesunken war, ist inzwischen wieder auf 98,8 Prozent angestiegen - unter anderem dank der Einmaleinlage von 2 Milliarden Franken des Kantons Zürich und des freundlichen Klimas an den Börsen. Die Versichertenverwaltungskosten pro Person seien mit 138 Franken im Branchenvergleich unterdurchschnittlich.