Zürich
Die Universität Zürich ist ein «attraktiver Partner für die Wirtschaft»

Die Universität Zürich sieht sich als "attraktiven Partner für die Wirtschaft". Grundlagenforschung sei der ideale Boden für Innovationen, hiess es an der Jahresmedienkonferenz vom Freitag. Die Affäre Mörgeli wurde hingegen nicht erwähnt.

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Keystone

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich (UZH) gründeten 2013 sechs Spin-off-Firmen, wie Uni-Rektor Michael Hengartner vor den Medien sagte. Zudem gab es auf Grund von Forschungsergebnissen 45 Erfindungen, 20 Anmeldungen zum Patent und 34 Lizenzen.

Diese Zahlen belegen gemäss Hengartner, dass die Uni ein attraktiver Partner für die Wirtschaft ist. "Aus unserer Forschung entstehen Innovationen, die zu neuen Produkten führen, von denen die Allgemeinheit profitiert."

Den Weg von der Grundlagenforschung zur Innovation bis zum Spin-off veranschaulichte Andreas Plückthun, Professor für Biochemie. Er hatte mit seinem Team bereits vor 15 Jahren begonnen, eine neue Form von künstlichen Proteinen zu entwickeln.

Einige Mitarbeitende gründeten mit ihm zusammen eine Spin-off-Firma. Heute arbeiten rund 75 Mitarbeitende bei dieser Biotech-Firma, die sich auf therapeutische Anwendungen konzentriert.

Nur ein Bruchteil der Innovationen sei kommerziell interessant, sagte Plückthun weiter. Innovationen entstünden fast immer als Nebenprodukt, seien kaum planbar und mit hohen Risiken verbunden. Der Staat müsse es deshalb ermöglichen, im akademischen Umfeld visionäre Experimente zu wagen.
2013 geprägt von Konflikt um Mörgeli

Ausgeklammert blieben an der Jahresmedienkonferenz Christoph Mörgeli und das Medizinhistorische Museum. Der Konflikt prägte das Uni-Jahr 2013 und zog immer weitere Kreise. Unter anderem hagelte es Kritik an der UZH-Führung. Schliesslich trat Uni-Rektor Andreas Fischer bereits Anfang November zurück statt wie geplant Ende Juli 2014.

Prorektor Otfried Jarren, der die Uni von Anfang November 2013 bis Ende Januar 2014 interimistisch führte, bezeichnet im Vorwort des Jahresberichts 2013 als ein "schwieriges Jahr". Jarren weist auf einige Schwachpunkte hin, die gerade in solch schwierigen Zeiten deutlich werden. Es sei wichtig, dass die Uni sich auf ihre Ziele besinne und ihre Funktionsweise immer wieder kritisch reflektiere, schreibt Jarren.

Bezugspunkt müsse das Modell der autonomen Universität sein, an dem die UZH sich seit vielen Jahren orientiere. 1998 nämlich hatte der Regierungsrat der UZH eine eigene Rechtspersönlichkeit gegeben.

Zwar habe die UZH seither in vielen Punkten Fortschritte gemacht, schreibt Jarren. Noch nicht genügen könnten allerdings «Durchsetzung und Internalisierung bereits eingeführter Grundsätze der Selbstverwaltung". (sda=