Bei der Volksabstimmung entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt Zürich, ob sie für die Neugestaltung des Sechseläutenplatzes samt Platzinfrastruktur und Massnahmen für den Veloverkehr einen Objektkredit von 17,2 Millionen Franken bewilligen wollen oder nicht.

Nicht abgestimmt wird über gebundene Ausgaben von 10,3 Millionen Franken für die Erneuerung der Entwässerung, der Werkleitungen, des Strassenoberbaus um den Platz sowie für die Fundationsschicht. Diese Arbeiten sind für den Erhalt der Infrastruktur zwingend nötig.

Nicht abgestimmt wird insbesondere auch über einen heftig diskutierten Abbau einer Abbiegespur vom Utoquai in die Schoeckstrasse.

«Mogelpackung»

Zur Abstimmung kommt es, weil eine Allianz aus FDP, SD und SVP aus unterschiedlichen Gründen das Behördenreferendum ergriffen hat. Alle drei Parteien stören sich daran, dass die Stadt einmal mehr Bauprojekte direkt mit Strassenvorlagen verknüpft.

Gegen die ursprüngliche Platzgestaltung habe die FDP nichts, sagte Gemeinderat Marc Bourgeois am Donnerstag vor den Medien. «Die FDP kann das ständige Einpacken von Verkehrsbehinderungen in an sich wünschenswerte Projekte jedoch nicht länger mittragen.»

Zudem sei es dem städtischen Tiefbauamt nicht gelungen, die Befürchtungen der FDP über die Folgen des Spurabbaus zu entkräften. Staus seien vorprogrammiert. Nach Ansicht der FDP kann der Sechseläutenplatz auch gestaltet werden, wenn die vorliegende «Mogelpackung» abgelehnt wird.

Grüne Wiese statt grünlicher Stein

Die SVP stört sich neben der Verquickung verschiedener Geschäfte auch an der vorgesehenen «Versteinigung» der Sechseläutenwiese mit Valser Quarzit, wie Fraktionspräsident Mauro Tuena sagte. Sie bevorzugt eine grüne Oase mit Wiese, Gebüschen, Bäumen, einem Brunnen und Gastrobetrieben an den Rändern.

Die Kosten für die Wiesen-Variante beziffert Tuena mit neun Millionen Franken. Das sind acht Millionen Franken weniger als für den Steinplatz vorgesehen sind. Der Unterhalt für die Wiese als auch für den Platz käme auf jährlich je etwa 160'000 Franken zu stehen.

Des Weiteren befürchtet die SVP, dass sich Fussgänger und Velofahrer auf dem Platz in die Quere kommen, wie Gemeinderat Roland Scheck ausführte. Es ist vorgesehen, den Platz auch für den Veloverkehr freizugeben.