Zürich
Die UBS wirtschaftet im ersten Quartal über Erwarten gut

Die UBS hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und gut eine Milliarde Franken verdient. Die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking konnten operativ zulegen.

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UBS-Logo am Paradeplatz in Zürich (Archiv)

UBS-Logo am Paradeplatz in Zürich (Archiv)

Keystone

Die Bank stellte zudem Pläne vor, wie sie mit einer neuen Rechtsstruktur künftige Finanzkrisen besser überstehen will.

Mit 1,05 Mrd. Fr. Gewinn übertraf die UBS das Vorquartalsergebnis von 917 Mio. Franken. Sie erreichte auch mehr Gewinn als im Vorjahr, als unter dem Strich 988 Mio. Fr. blieben. Die am Dienstag präsentierten Zahlen liegen zudem über den Prognosen der Analysten, die gemäss der Nachrichtenagentur awp im Schnitt 855 Mio. Fr. Reingewinn erwartet hatten.

Einträgliche Kapitalmärkte

Das Geschäft sei in allen Regionen und allen Sparten profitabel gewesen, teilte die Bank mit. In der Investmentbank, in der die UBS gemäss ihrer Ende 2011 gefassten Strategie unprofitable und risikoreiche Geschäfte aussortiert, stieg der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorquartal um knapp die Hälfte auf 425 Mio. Franken.

Die Investmentbank erreichte starke Einkünfte im Kapitalmarktgeschäft. Wegen der Auszahlung von Boni stieg allerdings auch der Personalaufwand, wie mitgeteilt wurde.
Handelsfreudige Privatkunden

In der Vermögensverwaltung erhöhte sich der operative Gewinn um knapp ein Drittel auf 619 Mio. Franken. Die Kunden gaben mehr Handelsaufträge als in früheren Quartalen. Zudem gelang es der Vermögensverwaltung zwischen Januar und März, unter dem Strich 12,8 Mrd. Fr. an Neugeldern anzuziehen.

Die zur Einschätzung der Profitabilität wichtige Bruttomarge im Vermögensverwaltungsgeschäft steig um 2 Basispunkte auf 87 Basispunkte. Das Ziel, das sich die UBS selbst gesetzt hat, liegt aber bei 95 bis 105 Basispunkten.

Die in Nord- und Südamerika separat geführte Vermögensverwaltung steigerte ihren Vorsteuergewinn um 5 Prozent auf 242 Mio. Franken und sammelte 2,1 Mrd. Dollar Neugeld ein. Das Privat- und Firmenkundengeschäft steigerte sich um 16 Prozent auf 386 Mio. Franken.

Etwas Federn lassen musste die Anlagenverwaltung (Asset Management), deren operative Leistung um 6 Prozent auf 122 Mio. Fr. abnahm. Die Konzernfunktionen dämmten ihren Verlust von gut 1 Mrd. Fr. auf 401 Mio. Fr. ein. Für Rechtsfälle legte die Bank im ersten Quartal 378 Mio. Fr. beiseite.

Mehr Eigenkapital

Die Eigenkapitalquote der Bank stieg im Lauf des Quartals von 12,8 auf 13,2 Prozent. Mit dem Überschreiten der 13-Prozent-Schwelle erreichte die Bank aus Sicht der Konzernführung um UBS-Chef Sergio Ermotti ein wichtiges Ziel. Die Bank ist nun sehr nahe an einem Kapitalpuffer, mit dem sie bereit ist, mindestens 50 Prozent des Gewinns den Aktionären auszuschütten.

Die UBS hofft gleichzeitig, mit einem Umbau der Rechtsstruktur von den Regulatoren wie der Finma etwas mildere Kapitalvorschriften zu erhalten. Wie schon im Herbst umrissen, will sich die Bank künftig statt in die bisherige Spartenstruktur in drei geografisch definierte Rechtseinheiten gliedern.

Neue Holding

Mit einer Schweizer Einheit und einer rechtlichen Tochter in Grossbritannien und den USA soll die Bank sicherer werden, denn so könnten bei neuen Finanzkrisen angeschlagene Teile leichter abgespalten und andere gerettet werden. Die Bank will die Schweizer Rechtseinheit, die einer wichtigen Vorstellung der Regulatoren entspricht, bis Mitte 2015 etablieren.

Die UBS plant dafür die Errichtung einer neuen Holding-Struktur. Die Aktionäre sollen dafür ihre bisherigen Aktien gegen Aktien der neuen UBS-Holding wechseln. Um den Investoren den Tausch schmackhaft zu machen, verspricht ihnen die Bank eine Sonderdividende von mindestens 25 Rappen, wenn die Umwandlung vollzogen ist.Die UBS behält ihre Ziele im wesentlichen bei. So strebt die Grossbank, die am Dienstag neben ihrer Zahlenpräsentation auch eine Investorenkonferenz durchführte, weiterhin nach einer Rendite auf dem Eigenkapital von mindestens 15 Prozent. Auch das Sparen geht weiter.

Ziele werden im Wesentlichen beibehalten

Die UBS hat das Erreichen ihres Eigenkapitalziel zwar von 2015 auf 2016 verschoben, behält es aber bei. Im abgeschlossenen Quartal lag der Wert bei 8,7 Prozent.

Auch die Ende 2011 gefasste und im November 2012 konkretisierte Strategie bleibt unverändert, das heisst: Die UBS will der grösste Verwalter von Privatvermögen der Welt sein. Die Investmentbank soll verkleinert werden, Risiken aus den Büchern werfen und auf Geschäfte verzichten, die wegen der notwendigen Kapitalunterlegung zu wenig profitabel geworden sind.

Das Asset Management soll ausgebaut werden und mittelfristig auf einen adjustierten Vorsteuergewinn von 1 Mrd. Franken kommen. Im Vergleich zum Ergebnis dieser Sparte im vergangenen Jahr wäre dies fast eine Verdoppelung der operativen Leistung.

Die UBS, die im Zuge ihrer neuen Strategie dick den Rotstift ansetzte, will weiter Sparen. Gemäss aktuellen Angaben sollen die Kosten noch um 2,1 Mrd. Fr. reduziert werden. Den Vermögensverwaltungseinheiten verpasst die Konzernführung strengere Effizienzkriterien.

Konkrete Angaben zu weiteren Stellenstreichungen macht die UBS nicht. Vom Ende 2012 formulierten Ziel, dass die Bank nach dem Umbau noch 54'000 Stellen umfassen soll, ist in den Mitteilungen nicht mehr die Rede. Im Moment beschäftigt die Grossbank rund 60'000 Mitarbeiter.

(sda)