Die Finanzlage der Stadtspitäler ist in Schieflage geraten, und die städtische Spitalstrategie sorgte für viel Kritik – der Stadtrat stellte im vergangenen November der zurücktretenden Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP) einen Ausschuss zur Seite.

Es wird intensiv daran gearbeitet, die Situation zu verbessern, wie der Stadtrat am Mittwoch in einem "Zwischenstand" mitteilte: Er hat inzwischen weiteren Massnahmen "zur Ergebnisverbesserung der beiden Stadtspitäler" zugestimmt.

Reduktion der Kosten

Er will dabei insbesondere "gleich lange Spiesse" für die Stadtspitäler Waid und Triemli schaffen: Diese seien im Wettbewerb mit anderen Spitälern benachteiligt. "Während andere Spitäler in der Regel über ein unverzinsliches Eigenkapital verfügen, fehlt dieses den Stadtspitälern."

Der Stadtrat rechnet der Waid und dem Triemli nun ein fixes kalkulatorisches, unverzinsliches Eigenkapital an. Zudem reduziert er den Zinssatz auf einem Teil des Kontokorrents. "Aufgrund dieser Massnahmen verrechnet die Stadt den beiden Stadtspitälern im Jahr 2018 voraussichtlich über 10 Millionen Franken weniger Zinsen." Der Aufwand der beiden Institutionen reduziert sich entsprechend.

Zudem können die beiden Stadtspitäler als Grossverbraucher ihren Ökostrom zu einem günstigeren Preis beziehen. "Aus Sicht der Gesamtrechnung der Stadt Zürich haben die Anpassungen keinen Einfluss auf das Rechnungsergebnis."

Reduktion der Investitionen

Aus Kostengründen liess der Stadtrat auch die Projektplanung für die zweite Etappe der Instandhaltung des "Turms" anpassen, wie er weiter schreibt. Die Planung sieht die abgestimmte Nutzung der drei Gebäude – Turm, Behandlungstrakt und Bettenhaus – für einen effizienteren Spitalbetrieb mit kurzen Wegen vor.

Heute steht der Turm im Triemli aus brandschutztechnischen Gründen mehrheitlich leer. Dieser Leerstand verursacht erhebliche Kosten. Würde er nicht instand gehalten, müsste er abgerissen werden.

Damit die Instandhaltung rasch beginnen kann, wird das Projekt neu in drei statt zwei Etappen realisiert. Für die zweite Etappe hat der Stadtrat gebundene Ausgaben von 110,5 Millionen Franken gesprochen. Das sei eine massive Reduktion im Vergleich zum ursprünglichen Projekt mit Kosten von 235 Millionen, hält der Stadtrat fest.