Der Verein Tanzhaus Zürich gilt in der Schweizer Kunstszene als Kompetenzzentrum des zeitgenössischen Tanzes. Gemäss den Abstimmungsunterlagen, die demnächst in den Briefkästen der Stadtzürcher Stimmberechtigten liegen, ist das gleichnamige Tanzhaus die einzige feste Produktionsstätte für Tanzschaffende in der Deutschschweiz. An Bekanntheit erlangte der Verein vor allem durch die Lancierung des Festivals «Zürich tanzt» und dem Tanz-Studiengang an der Zürcher Hochschule der Künste.

Bei der Vorlage geht es um die Bewilligung des jährlichen städtischen Beitrages von etwas mehr als 1,8 Millionen Franken. Ausbezahlt werden soll dieser ab 2019. Bereits heute trägt die Stadt rund drei Viertel des 1,6-Millionen-Franken-Budgets des Vereins an der Wasserwerkstrasse. Die Erhöhung der Beiträge hängt mit dem Ersatzneubau des Tanzlokals zusammen, der bis Oktober 2018 seinen Betrieb aufnehmen soll. Das Gebäude brannte 2012 komplett nieder. Aufgrund der höheren Amortisations- und Mietkosten des Neubaus steigt der Jahresbeitrag auf über 1,8 Millionen Franken.

Seit der Gründung der Kunst- und Kulturstätte im Jahr 1996 stellt die Stadt Zürich dem Verein die Räume kostenlos zur Verfügung.

Neben den Mietkosten unterstützt die Stadt den Verein mit jährlichen Betriebsbeiträgen. Diese steigen gemäss Vorlage nun von 600 000 auf rund 877 000 Franken. Der Verein wird zusätzlich vom Kanton mit jährlich 100 000 Franken sowie vom Bund mit unterschiedlichen Projektbeiträgen unterstützt.

Neben der zu bewilligenden Unterstützung ergänzt der Zürcher Gemeinderat die Vorlage um einen weiteren Antrag. Dieser sieht eine Kürzung der Subventionen von zehn Prozent vor, falls die städtische Jahresbilanz einen Fehlbetrag aufweisen sollte. Kommt es in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zu negativen Bilanzen, kann die Stadt ihren Beitrag an das Tanzhaus bis zu 20 Prozent kürzen.

Aufgrund der Subventionen definiert seit 20 Jahren eine Vereinbarung mit der Stadt den Leistungsauftrag des Tanzhauses. Demnach soll die Kunst- und Kulturstätte an der Wasserwerkstrasse die zentrale Anlaufstelle für die Tanzschaffenden aller Generationen sein und damit der lokalen und internationalen Vernetzung dienen. Der Verein bietet Kunstschaffenden Proberäume und unterstützt sie bei der Entwicklung eines Stücks bis hin zum Vertrieb. Weiter werden Profitrainings, Workshops und Kurse für Tänzer und Choreografen angeboten. Seit 2012 werden zudem auch Kinder- und Jugendtanzkurse durchgeführt. 2016 umfasste dieses Programm über 200 Kurstage.

Über die Vorlage entscheidet das Stadtzürcher Stimmvolk am 21. Mai. Die Ja-Parole ergriffen die städtische FDP, CVP, SP, AL, Grüne und GLP, während die SVP und BDP die Tanzhaus-Subventionen ablehnen.