Das 125-köpfige Stadtparlament hat am Mittwochabend der Erhöhung mit 91 Ja-Stimmen von SP, FDP, GLP, SVP und EVP zugestimmt. Keine Freude daran hatten die AL und vor allem die Grünen.

Sie scheiterten mit einem Antrag, der Geld für die vorgesehenen Flugshows streichen wollte. Diese seien lebensgefährlich und nicht nachhaltig, betonten sie.

Die Ratsmehrheit wollte nichts davon wissen. Feuerwerk und Flugshows gehörten traditionell zum Züri Fäscht und seien Publikumsmagnete. Zudem müsse man sich nicht sechs Monate vor dem Fest in die Planung einmischen.

Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) wies auch darauf hin, dass die Flugshows sämtliche Sicherheitsvorschriften erfüllten. Zudem würden sie gesponsert. Wenn man Geld streiche, treffe es den organisierenden Verein. Und dieser soll ja mehr Geld erhalten.

Kaputter Rasen, mehr Abfall

Weil es 2013 im dichten Gedränge zu kritischen Situationen gekommen war, wurde für das Züri Fäscht 2016 ein neues Festkonzept erarbeitet und umgesetzt. Unter anderem wurden das Festgelände vergrössert und zusätzliche Festplätze eingerichtet. Ausserdem sorgte ein drittes Feuerwerk in der Nacht von Samstag auf Sonntag für eine bessere Publikumsverteilung am Seebecken.

Diese Massnahmen haben sich nach Ansicht des Stadtrates bewährt. Allerdings wurde durch das neue Konzept ein deutlich höherer Aufwand für die Reinigung des Festgeländes, die Instandsetzung der Grünflächen sowie die medizinische Versorgung nötig.

Die Eigenleistungen der Stadt steigen daher von bisher 525'000 Franken auf 1,845 Millionen Franken pro Fest. Sie werden vorwiegend von den drei Dienstabteilungen Grün Stadt Zürich, ERZ Entsorgung + Recycling sowie Schutz & Rettung erbracht. Die Leistungen der Polizei sind darin nicht enthalten und auch nicht Teil dieser Weisung.

Die Stadt unterstützt den organisierenden Verein mit drei Beiträgen: einem Finanzbeitrag (405'000 Franken, unverändert seit 2009), einem Gebührenerlass (375'000 Franken, unverändert seit 2009) und Eigenleistungen. Letztere sollen nun erhöht werden von 525'000 auf 1,845 Millionen Franken.

Somit steigt der städtische Beitrag insgesamt von bisher 1,305 Millionen auf 2,7 Millionen Franken. Der Kanton steuert aus dem Lotteriefonds 500'000 Franken bei.

Lange Tradition

Das Züri Fäscht geht zurück auf das erstmals 1951 aus Anlass des 600-Jahr-Jubiläums des Beitritts des Kantons Zürich zur Eidgenossenschaft durchgeführte Züri Fäscht. In den 1960er- und 1970er-Jahren fanden einige Seenachtfeste statt.

Seit 1976 finden die Seenachtfeste, welche in den 1990er-Jahren in "Züri Fäscht" umbenannt wurden, in der Regel im Dreijahresrhythmus statt. 2019 wird es vom 5. bis 7. Juli durchgeführt. Bei der letzten Ausgabe im Jahr 2016 vergnügten sich rund zwei Millionen Menschen in der Zürcher Innenstadt und am Seebecken.

Der Verein Zürcher Volksfeste (VZV) wurde am 10. Juli 1992 gegründet und ist seither Trägerverein des Züri Fäschts. Sein Hauptzweck ist die Durchführung dieses Anlasses.