Nachdem sich Rita Fuhrer, Beat Schlatter und Roger Schawinski letzte Woche für ein neues Zürcher Fussballstadion ins Zeug gelegt haben, blasen nun Anwohner und Grüne zum Gegenangriff. Mit ihrem Slogan «Nein zum Hardturm-Bschiss» wehren sie sich vor allem gegen die zwei Hochhäuser, mit denen die Investorin Credit Suisse das 105 Millionen Franken teure Stadion querfinanzieren will.

«Verdichten, aber nicht so hoch»

Mit ihren 137 Metern Höhe würden sie das Stadtbild zerstören, sagt Peter Aisslinger vom Höngger «Komitee gegen den Höhenwahn». Natürlich müsse man heute verdichtet bauen, aber doch nicht so hoch und an dieser Lage, am Tor zur Stadt, zwischen Erholungs- und Freihaltezone.

Schattenwurf als Argument

Martina Oustwood kritisiert, die Türme würden den Kindern der nahegelegenen «Schule am Wasser» das Sonnenlicht rauben. Sie hat deshalb das Komitee «Eltern gegen eine Schule im Schatten» gegründet. Sie kämpft zugleich für die beliebte Brache, auf der nach dem Abbruch des alten Hardturm-Stadions ein Grünraum und ein Ort für Veranstaltungen wie Streetfood-Festival und Cirque du Soleil entstanden ist.

Mit der Idee von Stadtrat Daniel Leupi (Grüne), den Anwohnern Ersatzflächen beim Basislager zur Verfügung zu stellen, kann Oustwood nichts anfangen. «Das ist direkt neben den Sexboxen. Nur schon diesen Ort vorzuschlagen, finde ich daneben.»

Gescheiter wäre, die Hardturmbrache für Anwohner und Amateurkicker zu erhalten, findet Syrus Mozafa von der IG Hardturmquartier. Wenn man unbedingt eine Fussballarena wolle, solle man doch das Letzigrund umbauen. Das sei günstiger und quartierverträglicher.

«Inakzeptabel»

Die Brache beim Hardturm sei die letzte grosse Baulandreserve, die der Stadt gehöre, sagt Markus Knauss, Gemeinderat der Grünen, Co-Geschäftsführer des VCS Zürich und Vorstandsmitglied der IG Freiräume Zürich-West. «Da sollte man sich schon gut überlegen, was man hinstellt.» Das vorliegende Projekt sei jedenfalls inakzeptabel. Statt dem Quartier mit Freiräumen endlich Leben einzuhauchen und es sozial besser zu durchmischen, werde es zubetoniert und die Homogenisierung der Bevölkerung gefördert.