Zürcher Oberland

Die Skilifte sind über den Berg

© Limmattaler Zeitung

Die Zukunft des Skigebiets Oberholz-Farner im Zürcher Oberland scheint gesichert. Private, Vereine und Gemeinden haben seit letztem Frühling ein Drittel der neuen Aktien aufgekauft.

Seit dem Saisonbeginn vor gut zwei Wochen drehen die Bügel der drei Skilifte oberhalb von Wald wieder in der Endlosschlaufe zwischen Berg und Tal. Das ist nach der unsicheren Finanzlage der letzten Jahre nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis eines Eigentümerwechsels: Im Februar kauften sieben Privatpersonen die Skilift AG Oberholz-Farner auf. Im März gaben sie Aktien im Wert von rund 750000Franken öffentlich aus, und Ende November war ein Drittel davon verkauft. Genug für ein erstes Fazit.

«Ich habe keine Bedenken, dass die Zukunft des Walder Skigebiets gefährdet ist», sagt Evelyne Hengartner, im Skigebiet zuständig für Marketing und PR. Als Mitglied der Interessengemeinschaft und Mitbetreiberin der Lifte schöpft sie ihre Zuversicht auch aus dem Tagesgeschäft. «Zum Saisonstart kamen sehr viele Besucher», so Hengartner. «Und der Verkauf an Saison­Karten ist gegenüber den letzten Jahren angestiegen. Ich glaube, die Leute vertrauen wieder in unser Unternehmen.»

Aktionäre ohne Gewinnaussichten

Ein Beleg für dieses Vertrauen sind die Aktien im Wert von 250000 Franken, mit denen sich Privatpersonen, Gemeinden und Vereine seit März bereits an der Skilift AG beteiligt haben. Sie alle investierten, obwohl es finanziell nichts zu holen gibt. Skilift-Aktionär zu werden ist eine Herzensangelegenheit, Geld verdienen lässt sich mit den Papieren nicht. Bis 2012 will die AG die weiteren Aktien im Wert von 500000Franken veräussert haben. Dann will der Verwaltungsrat eine Kapitalerhöhung durchsetzen.

Noch bei der Übernahme habe man zwar einen ehrgeizigeren Zeitplan gehegt, «aber wir waren mit unseren Annahmen in der anfänglichen Euphorie wohl zu optimistisch», findet Hengartner. «Wahrscheinlich unterschätzten wir, dass sich die Leute erst genau informieren wollen, bevor sie Aktien zeichnen. Oft werde ich zum Beispiel von Interessenten gefragt, ob sie als Aktionäre auch Verpflichtungen übernehmen. Ich erkläre ihnen dann, dass das nicht der Fall ist.»

Ursprünglich wollten die Investoren in mehreren umliegenden Gemeinden Info-Veranstaltungen für private Investoren durchführen, das Interesse war laut Hengartner aber bescheiden. «Wir haben diese Pläne deshalb verworfen. Stattdessen gehen wir zurzeit gezielt auf Firmen und Privatpersonen zu. Wir haben erkannt, dass wir die Leute am ehesten durch persönlichen Kontakt vom Mitmachen überzeugen.» Eine Planänderung zeichnet sich auch beim langfristigen Ziel ab: die Interessengemeinschaft und Aktiengesellschaft des Skigebiets unter einem Dach zu vereinen.

«Das ist für mich zurzeit kein Thema», sagt Hengartner. Sie finde es gut, dass die Mitglieder der IG weiterhin Pächter sind und den Lift betreiben, während die AG für die Finanzierung sorgt.

«Für mich hat sich diese Zusammenarbeit im Alltag bewährt», so Hengartner.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1