Zürcher Oberland
Die Skilifte sind über den Berg

Die Zukunft des Skigebiets Oberholz-Farner im Zürcher Oberland scheint gesichert. Private, Vereine und Gemeinden haben seit letztem Frühling ein Drittel der neuen Aktien aufgekauft.

Yves Ballinari
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Limmattaler Zeitung

Seit dem Saisonbeginn vor gut zwei Wochen drehen die Bügel der drei Skilifte oberhalb von Wald wieder in der Endlosschlaufe zwischen Berg und Tal. Das ist nach der unsicheren Finanzlage der letzten Jahre nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis eines Eigentümerwechsels: Im Februar kauften sieben Privatpersonen die Skilift AG Oberholz-Farner auf. Im März gaben sie Aktien im Wert von rund 750000Franken öffentlich aus, und Ende November war ein Drittel davon verkauft. Genug für ein erstes Fazit.

Die Zürcher Skilifte

Schnee bis ins Flachland: Die Saison hat für die Skigebiete im Kanton Zürich gut begonnen. Da bietet sich ein Ausflug zu den nahen, preiswerten Pisten an. Das Angebot ist beachtlich, auch wenn die Infrastruktur im Vergleich zu den alpinen Destinationen bescheiden ist. Die meisten Zürcher Skilifte finden sich naturgemäss im Zürcher Oberland, doch auch das Unterland ist mit Regensberg vertreten. Die Übersicht der Zürcher Skigebiete:

Oberholz-Farner, erreichbar per Skibus ab Bahnhof Wald, drei Lifte, Verpflegung im Ski-Beizli, Informationen unter Tel. 0552461572. Der erste Lift wurde 1954 gebaut. Damit ist es das älteste Skigebiet im Kanton Zürich.

Steg im Tösstal, Skibus ab Bahnhof Steg auf Anfrage, zwei Lifte, Skihütte-Kiosk, Infos unter Tel. 0552451571.

Ghöch, bei Bäretswil, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar, zwei Lifte, Verpflegung im Ghöchstübli, Pistenbericht unter www.ghoech.ch.

Steig, Gemeinde Bäretswil, Bus bis Haltestelle «Gemeindehaus» oder «Bärenplatz»; zwei Ponylifte und ein Tellerlift, Schlittelpiste und -weg, Ski-Beizli mit einfachen Menüs, Info-Tel. 0449391654.

Fischenthal, Skibus ab Bahnhof Fischenthal, zwei Lifte, Schlittelbahn, Restaurant, Info-Tel. 0552451327. Hausberg der Snowboard-Champions Philipp und Simon Schoch.

Regensberg, Siedlung Erlenhof, Hagackerstr. 134, ein Lift, alter Bauernbetrieb,

Info-Tel. 0448530378. (mts)

Aktionäre ohne Gewinnaussichten

Ein Beleg für dieses Vertrauen sind die Aktien im Wert von 250000 Franken, mit denen sich Privatpersonen, Gemeinden und Vereine seit März bereits an der Skilift AG beteiligt haben. Sie alle investierten, obwohl es finanziell nichts zu holen gibt. Skilift-Aktionär zu werden ist eine Herzensangelegenheit, Geld verdienen lässt sich mit den Papieren nicht. Bis 2012 will die AG die weiteren Aktien im Wert von 500000Franken veräussert haben. Dann will der Verwaltungsrat eine Kapitalerhöhung durchsetzen.

Noch bei der Übernahme habe man zwar einen ehrgeizigeren Zeitplan gehegt, «aber wir waren mit unseren Annahmen in der anfänglichen Euphorie wohl zu optimistisch», findet Hengartner. «Wahrscheinlich unterschätzten wir, dass sich die Leute erst genau informieren wollen, bevor sie Aktien zeichnen. Oft werde ich zum Beispiel von Interessenten gefragt, ob sie als Aktionäre auch Verpflichtungen übernehmen. Ich erkläre ihnen dann, dass das nicht der Fall ist.»

Ursprünglich wollten die Investoren in mehreren umliegenden Gemeinden Info-Veranstaltungen für private Investoren durchführen, das Interesse war laut Hengartner aber bescheiden. «Wir haben diese Pläne deshalb verworfen. Stattdessen gehen wir zurzeit gezielt auf Firmen und Privatpersonen zu. Wir haben erkannt, dass wir die Leute am ehesten durch persönlichen Kontakt vom Mitmachen überzeugen.» Eine Planänderung zeichnet sich auch beim langfristigen Ziel ab: die Interessengemeinschaft und Aktiengesellschaft des Skigebiets unter einem Dach zu vereinen.

«Das ist für mich zurzeit kein Thema», sagt Hengartner. Sie finde es gut, dass die Mitglieder der IG weiterhin Pächter sind und den Lift betreiben, während die AG für die Finanzierung sorgt.

«Für mich hat sich diese Zusammenarbeit im Alltag bewährt», so Hengartner.