Die Rote Fabrik steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Die 1300 Plätze umfassende Aktionshalle kann seit einiger Zeit aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr voll genutzt werden, es sind gegenwärtig nur noch 800 Personen zugelassen.

Dadurch fallen Einnahmen weg. Nun sind Ideen gefragt, wie man die Kosten senken und die Einnahmen erhöhen kann.

Katharina Prelicz-Huber, eines der Vorstandsmitglieder der Interessengemeinschaft Rote Fabrik, zeigt sich zuversichtlich: «Wir schaffen das.»

Auch Kyros Kikos, Mitglied des Konzeptbüros und Kulturveranstalter, ist überzeugt, dass die Rettung funktionieren wird: «Es bedarf zwar grösserer Anstrengungen, um die gegenwärtige Notsituation zu bewältigen.» Aber die nötigen Massnahmen dazu seien eingeleitet.

Ein Artikel in der Quartierzeitung «Zürich 2», der auf die angespannte finanzielle Situation aufmerksam machte, wirkte aufschreckend.

Die Stadt habe ultimativ verlangt, dass endlich die Rechnung 2012 vorgelegt und das Budget 2014 an die veränderte Situation angepasst werde, ansonsten könne die Subvention nicht wie üblich ausbezahlt werden.

Das sei nicht als Drohung der Stadt aufzufassen gewesen, hält die frühere Kantons- und Nationalrätin Katharina Prelicz fest, sondern es sei auch im Interesse der Roten Fabrik selber, Klarheit und Transparenz zu schaffen.

«Wir wollen ja 2014 sauber starten.» Es sei nun das erklärte Ziel, im kommenden Jahr kein Defizit mehr zu schreiben, sondern einen Gewinn von 200 000 Franken zu erwirtschaften. Man brauche ein Polster, um auch die zahlreichen Veranstaltungen durchführen zu können, die keinen Gewinn abwerfen.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden einige Gegenmassnahmen ergriffen, die einerseits zu Minderausgaben und anderseits zu Mehreinnahmen führen sollen.

Ausserdem hoffen die Betreiber darauf, dass die Stadt, die die Rote Fabrik mit jährlich 2,5 Millionen Franken subventioniert, der speziellen Lage Rechnung trägt und vorübergehend, bis die Aktionshalle wieder voll genutzt werden kann, etwas Entgegenkommen zeigt.

Die Nutzungsbeschränkung wurde von der Feuerpolizei nach einem Brand im Frühjahr 2012 verfügt, der einen Teil der Ateliers in den oberen Stockwerken verwüstet hat.

Zunächst wurde die Aktionshalle ganz geschlossen, dann wenigstens für 800 Personen wieder zugelassen.

Kyros Kikos führt aus, wie die Rote Fabrik selber zur Verbesserung der finanziellen Lage beitragen kann.

Zum Beispiel wurden die Defizitgarantiebeträge an die Betreibergruppen nach unten angepasst, das heisst, die verschiedenen Akteure sind gehalten, ihrerseits nach Möglichkeiten zu suchen, wie man sparen oder Geld beschaffen könnte.

Eine Idee ist auch, mehr Konzerte zu organisieren, die geeignet sind, die Aktionshalle zu füllen.

«Mehr Eintritte heisst ja auch mehr Konsumation, und daran sind wir beteiligt», erklärt er.

Zudem will man vermehrt versuchen, Räumlichkeiten an Drittveranstalter zu vermieten. Dabei denkt man etwa an die Durchführung von Seminaren oder Workshops. «Wir geniessen ja hier so etwas wie einen Exotenbonus», meint Kikos schmunzelnd. Der mache die periphere Lage an der Grenze zu Kilchberg wett.

Auch Sponsoring ist ein Thema, das wieder mehr diskutiert wird, obschon Kommerz bei manchen Fans der Roten Fabrik immer noch einen schlechten Beigeschmack hat. «Ein Transparent für Redbull kann ich mir hier zwar nicht vorstellen», denkt er laut, aber das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich, das mancherorts als Sponsor auftritt, würde wohl nicht die gleichen Abwehrreflexe hervorrufen.

Ferner ist vorgesehen, Veranstaltungen zu fördern, die gut laufen, wie etwa die «Fabrik am Wörtersee», wo speziell der Poetry Slam zahlreiche Zuschauer anzieht.

Auch der Rezitator Harry Rowohlt, den man als Penner aus der «Lindenstrasse» kennt, sei ein Zugpferd.

Auch der «Film am See» läuft gut. «Wir brauchen Gigs, die uns Geld in die Kasse spülen», betont er, denn damit könne man auch die Produktionen und Podiumsveranstaltungen finanzieren, mit denen man kein Geld machen könne. Er verspricht verschiedene Leckerbissen, etwa ein Rockfestival.

Kikos hofft auch darauf, dass es möglich werde, die Aktionshalle wenigstens wieder für 1000 Personen zu öffnen.

Ganz toll wäre es, wenn nach den ohnehin anstehenden Arbeiten an der Aktionshalle diese künftig 1500 Personen Platz bieten könnte. Bauherr ist die Stadt; sie ist auch die Besitzerin der Liegenschaft.

Nat Bächtold, Sprecher der Präsidialabteilung der Stadt Zürich, gibt zu verstehen, dass die Sanierungsarbeiten wohl erst Mitte 2015 abgeschlossen werden dürften.

Man sehe durchaus, dass sich daraus eine finanziell schwierige Situation ergebe. Ob ein Gesuch um eine vorübergehende Subventionserhöhung bewilligt würde, konnte er nicht voraussagen. Aber man werde sich damit befassen.