Zürich
Die Räumung der Gammelhäuser gestaltet sich schwieriger als angenommen

Eigentlich hätte die Räumung der beiden Problemhäuser an der Neufrankengasse am Mittwoch vollständig über die Bühne gehen sollen. Die Liegenschaften sind jedoch noch nicht verbarrikadiert – da sich zwei Mieter nicht an die Aufforderung hielten.

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Gammel-häuser

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Ein Sozialarbeiter der SIP steht vor dem «Treffpunkt»-Bus.

Ein Sozialarbeiter der SIP steht vor dem «Treffpunkt»-Bus.

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Die «Gammelhäuser» an der Neufrankengasse sind bis Ende Jahr geräumt und verbarrikadiert: So hiess es seitens der Verwaltung.

Die Schliessung gestaltet sich jedoch schwieriger als angenommen. Gemäss der Recherche der NZZ besteht für die Räumungsmassnahme gar keine rechtliche Grundlage. Die Mieter, die sich trotz Kündigung per 31. Dezember immer noch in der Liegenschaft befinden, müssen diese also gar nicht zwingend verlassen. Sie könnten theoretisch solange bleiben, bis das Gericht ihre Ausweisung beantragt. Wobei sie dann mit Bussen oder sogar Gefängnisstrafen rechnen müssen.

Der Start des gerichtlichen Ausweisungsverfahren ist gemäss der Verwaltung erfolgt, wie die NZZ schreibt. Die Verwaltung hofft aber darauf, dass auch die letzten zwei Mieter ihre Wohnungen, wie versprochen, in den nächsten Stunden oder Tagen freiwillig verlassen.

Personen ohne Mietvertrag

«Wer sich in den Häusern aufhält und keine Aufenthaltsberechtigung hat, wird mit einem Hausverbot belegt», sagte der Verwalter Sherry Weidmann gestern an einer kurzfristigen Medienkonferenz. Bei einem erneuten Betreten der Liegenschaften werde notfalls sogar die Polizei herbeigerufen, so Weidmann.

So sehen die Gammelhäuser aus:

Die Garage: Hier werden abends, und vor allem am Wochenende, Drogen konsumiert.
5 Bilder
Warten auf bessere Zeiten: Auf dem Vorplatz zwischen Haus 6 und 14.
So sehen die Gammelhäuser aus.
Nicht alle Mieter haben etwas mit Drogen am Hut.
Der Vorplatz zwischen Haus Nummer 6 (rechts) und 14: Die Türen stehen immer offen, hier kommt und geht, wer will.

Die Garage: Hier werden abends, und vor allem am Wochenende, Drogen konsumiert.

watson.ch

Auch die SIP ist seit einigen Wochen präsenter in den Häusern. Aufsuchende Sozialarbeit nennt sich das, dazu gehört neu der gelbe Bus, in dem jene Bewohner und Besucher der Neufrankengasse betreut und beraten werden sollen, die keine Anschlusslösung haben. Ihr Ziel: dass niemand auf der Gasse landet und keine Drogenszene das Quartier belastet.