Zürich

Die Rache misslang- Bombenleger muss sich vor Gericht verantworten

Die selbstgebauten Bomben gingen zum Glück nicht hoch (Symbolbild).

Die selbstgebauten Bomben gingen zum Glück nicht hoch (Symbolbild).

Der mutmassliche Rohrbombenleger von Zürich-Seebach muss sich ab heute vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona TI verantworten. Der Beschuldigte soll aus Rache zwei Sprengsätze auf dem Firmenareal seines ehemaligen Arbeitgebers deponiert haben.

Der Vorfall bei einer Kanalreinigungsfirma im Quartier Zürich-Seebach geht auf Ende Juni 2013 zurück. Verletzt wurde niemand. Eine der Rohrbomben zündete nur teilweise, die zweite kam nicht zur Detonation. Die Sprengsätze wurden von einem Mitarbeiter entdeckt.

Der Beschuldigte, ein heute 48-jähriger Mann mit Wohnsitz im Kanton Zürich, habe mit seinem ehemaligen Arbeitgeber abrechnen wollen, geht aus der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft (BA) hervor. Ihm sei drei Monate zuvor fristlos gekündigt worden. Ziel des Anschlags sei gewesen, den früheren Vorgesetzten einzuschüchtern.

In einem Bekennerschreiben, das kurz nach dem Anschlag im Internet auftauchte, unterstellte der Täter gemäss BA dem Arbeitgeber angeblich verübte Umweltverschmutzungen. Mehrere Tage nach dem Vorfall meldete sich der Beschuldigte selbst bei der Polizei. Er wurde festgenommen und kam später in den vorzeitigen Strafvollzug.

Bombe am Eingangstor angebracht

Die Rohrbomben soll der Mann bei sich zu Hause selbst zusammengebaut haben. In der Tatnacht sei er zum Firmengelände des Rohreinigungsunternehmens gefahren. Gemäss Anklageschrift brachte er einen der Sprengsätze am Eingangstor an, einen anderen deponierte er auf dem Gelände.

Als sich das Eingangstor am Morgen zum ersten Mal öffnete, zündete die dort angebrachte Bombe. Zu einer vollständigen Explosion des Sprengkörpers sei es aber nicht gekommen, heisst es weiter. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, die Gefährdung von Leib und Leben in Kauf genommen zu haben.

Zwei Personen gefährdet

Zwei Personen sollen sich bei Zündung der Bombe in der Nähe aufgehalten haben. Der Angeklagte muss sich vor Gericht wegen versuchter Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht sowie versuchter Verursachung einer Explosion verantworten.

Der Prozess vor dem Bundesstrafgericht ist über mehrere Tage angesetzt. Der Termin der Urteilsverkündung ist noch nicht bekannt. (sda)

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